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Re: Mediales über 'Berlin Station'

Verfasst: 07.04.2016, 16:25
von Laudine
Ja, sie ist mir sehr sympathisch und ich würde mich für sie freuen, wenn sie rollentechnisch von 'Berlin Station' profitieren könnte.

Verfasst: 07.04.2016, 16:25
von Anzeige

Re: Mediales über 'Berlin Station'

Verfasst: 07.04.2016, 16:36
von Minou
Mir gefällt sie auch gut. Ich habe mal ein paar Bilder von ihr angeschaut, da ich sie überhaupt nicht kannte. Zurückhaltend und trotzdem nicht langweilig.
Schön, wenn man durch diese Produktion auch auf neue Gesichter im deutschen TV aufmerksam wird.

Re: Mediales über 'Berlin Station'

Verfasst: 29.04.2016, 20:40
von Nimue
http://www.sueddeutsche.de/medien/ameri ... -1.2972708

Artikel in der Süddeutschen

9. April 2016, 18:58 Uhr
Amerikanisches Fernsehen
Warum US-Serienmacher Berlin plötzlich so heiß finden



Nach "Homeland" wird eine weitere US-Agentenserie in Berlin produziert. Das hat auch damit zu tun, dass die Macher hier "White Mexicans" finden: Leute, die für wenig Geld viel arbeiten.

Von Charlotte Haunhorst
Die Schüler vor dem Kollhoff-Tower am Potsdamer Platz drücken genervt auf ihren Handys rum. Eigentlich wollten sie jetzt hochfahren, vom 25. Stock aus über Berlin schauen. Aber der Eingang ist versperrt von Kameraleuten, ein Regisseur sitzt unter einem kleinen Zelt und murmelt Anweisungen auf Amerikanisch in ein Funkgerät, die ein anderer Mann laut brüllend wiederholt. Dann kommt der britische Schauspieler Richard Armitage aus dem Tower gespurtet. Er spielt einen CIA-Agenten, der einen Whistleblower enttarnen muss. Scheinbar zufällig trifft er eine Frau, flüstert ihr etwas zu, sie springt in ein Auto. Jemand brüllt "Cut", noch mal von vorn. Die Schulklasse hat eine neue Verwendung ihrer Handys gefunden und macht Fotos.

Die Agentenserie, die hier gedreht wird, heißt Berlin Station und handelt von einer geheimen CIA-Basis im modernen Berlin. Bei den Worten "CIA" und "Berlin" klingelt es natürlich - war das nicht auch die Geschichte der jüngsten, fünften Homeland-Staffel? Warum finden US-Serienmacher Berlin plötzlich so heiß?

Wer von den Gästen lebt, hofft auf weitere Steuervorteile für Filmproduktionen
Drehbuchautor Olen Steinhauer sagt, dass die CIA-Doppelung in Berlin "natürlich Zufall" sei. Und dass ihn der Dauervergleich mit Homeland enttäuscht, aber so sei es nun mal. Tatsächlich hat Steinhauer, der eigentlich Krimiautor ist und auf dem Set standesgemäß mit Schiebermütze rumläuft, das Drehbuch bereits vor zwei Jahren für Berlin geschrieben. Bei Homeland dagegen gab es bereits einen Plot - ob der nun in London, Paris oder eben Berlin spielt, war egal. Die Entscheidung für Berlin war eine finanzielle: "White Mexicans" nennen US-Filmleute die Berliner, die für wenig Geld sehr viel geben, um für Amerikaner zu arbeiten.



Berlin Station entsteht erst einmal nur für den US-Privatsender Epix, über einen deutschen Sendeplatz verhandelt man noch. Trotzdem spielen auch einige deutsche Darsteller mit, Sabin Tambrea etwa und Claudia Michelsen. Dem US-Publikum wird also eine Serie über Spionage in einer Stadt am anderen Ende der Welt vorgesetzt. Olen Steinhauer sagt: "Wenn ich es schaffe, dass die Amerikaner die Serie trotz Untertiteln schauen, habe ich mein Ziel erreicht." Die meisten Amerikaner verbänden Berlin mit Mauer und Kaltem Krieg. Dabei sei es mittlerweile das New York Europas. "Und als Machtzentrum aus meiner Sicht wichtiger als Brüssel."

Die Berlin Station, die der Serie ihren Namen gibt, sieht nicht aus wie eine Kulisse. Zu massiv wirken die Wände, zu echt die Fotos von CIA-Familien auf den Schreibtischen. Vor allem liegt dieser Effekt aber an der Decke: Während andere Kulissen nach oben offen gebaut sind, um mit Scheinwerfern arbeiten zu können, kam hier eine fernsteuerbare Lichtdecke zum Einsatz. Man merkt: Das Studio Babelsberg, das Berlin Station koproduziert, hat viel Arbeit investiert. 29. April 2016, 18:58 Uhr
Amerikanisches Fernsehen
"Jetzt gerade fühlt sich die Situation eher bedrohlich an"



"Babelsberg spielt international auf jeden Fall in der A-Liga der Produktionsstätten mit. Crewstärke, Schnelligkeit, Effizienz und Technik - das ist hier alles gegeben. Hinzu kommt, dass alle selbstverständlich Englisch sprechen", erzählt Michael Scheel, während er durch die Studios führt. Der Herstellungsleiter von Berlin Station ist riesengroß, an jeder Tür muss er sich ducken. Er hat auch schon Quentin Tarantinos Inglourious Basterds in Babelsberg betreut. Trotzdem macht er sich Sorgen um die Zukunft des Standorts. "Wir würden noch viel mehr Filme nach Berlin und Babelsberg bekommen, wenn es bei uns neben der Filmförderung weitere Steuererleichterungen für Filmproduktionen gäbe. In anderen Ländern gibt es die sogenannten Tax Incentives, da bekommt man 20 bis 25 Prozent der Steuern für eine Filmproduktion zurück. Da können wir natürlich nicht mithalten."

Ähnliches erzählt auch Henning Molfenter, einer der Geschäftsführer von Studio Babelsberg und somit Koproduzent von Berlin Station. "Das Interesse an Berlin kommt in Wellen. Letztes Jahr lief gut, da hatten wir Homeland und davor die Tribute von Panem. Jetzt gerade fühlt sich die Situation eher wieder bedrohlich an, weil andere Länder mehr für die finanzielle Erleichterung von Filmproduktionen tun."

House of Cards; Kevin Spacey
Fortsetzungszwang bei Erfolgsserien
Das hat doch keine Zukunft
Ihr Erfolg verpflichtet US-Serien zu halbgaren Fortsetzungen, siehe "House of Cards" oder "Homeland". Führt der Hype in einen goldenen Käfig des Erzählens? Analyse

Dann kann er aber auch wieder richtig schwärmen: von der Stadt Berlin und wie man sich dort für internationale Drehs ein Bein ausreißen würde ("Für Bridge of Spies haben sie sogar die Glienicker Brücke in Potsdam gesperrt! Auch im Regierungsviertel darf man drehen. So etwas wäre in Washington D.C. unmöglich!"). Und von der Wirkung dieser Stadt auf gestandene Regisseure ("Die erleben hier so was wie ihren zweiten Frühling").

Allein bei Berlin Station arbeiteten 300 Leute mit
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Mit dem April endet auch der Dreh von Berlin Station in Babelsberg, Molfenter hofft natürlich, dass die Serie gut ankommt und es dann weitergeht. "Berlin bedient als Drehort viel Zukunft. Man kann hier sowohl Spionage und Weltkriegsdramen als auch aktuelle Geschichten erzählen", sagt er. In der Branche sei das mittlerweile international bekannt - jetzt müssten nur noch die Finanzen stimmen. Molfenter hofft da auf Einsicht der Politik - schließlich hängen an Babelsberg auch Arbeitsplätze, allein bei Berlin Station arbeiteten 300 Leute mit.

Am Ende der Studiotour geht es noch ins Herzstück der Geheimdienstzentrale, die "Sensitive Compartmented Information Facility" (SCIF), einen abhörsicheren Raum, den sie hier sehr originalgetreu nachgebaut haben. Die Wände sind kupferfarben, der Konferenztisch ist aus Amerika importiert. Gerade ist Drehpause, also sitzt im SCIF nur Bradford Winters, der Showrunner der Serie. Es war sein erster Dreh in der deutschen Hauptstadt. Vorher kannte er vor allem das "Postkarten-Berlin", wie er es nennt; in Friedrichshain, am Kreuzberger Kotti oder eben am Potsdamer Platz habe er die Stadt erst in ihrer Vielschichtigkeit wahrgenommen. "An jeder Ecke wechselt sie ihre Identität", sagt Winters. Und dass das bei den Spionen in der Berlin Station ja ganz ähnlich sei.



Untertitel ??? Heißt das, dass etliche Passagen auf deutsch gedreht und gesendet werden???

Und die bayerische Presse hat genau recherchiert und weiß, dass Richard Brite und kein Ami ist :mrgreen: !

Re: Mediales über 'Berlin Station'

Verfasst: 29.04.2016, 21:09
von Arianna
Danke für's Herholen, Nimue! :kuss:
Da hoffen ja auch andere, dass es weitergeht mit der Serie... Wenn wir sie dann mal gesehen haben.
Ich kann mir gut vorstellen, dass manches auf Deutsch gedreht wurde!

Re: Mediales über 'Berlin Station'

Verfasst: 29.04.2016, 21:59
von Laudine
Die Aussage mit den Untertiteln ist schon interessant. :scratch: Victoria Mayer hatte dagegen ja die Bedeutung des Dialect Coaches betont. Aber mit Daniel Miller spricht sie wahrscheinlich Englisch, während deutsche Darsteller untereinander und ggf. die Kleindarsteller und Statisten wegen der Authentizität Deutsch sprechen, was untertitelt wird, wenn es wichtig ist. Das gäbe der Sache dann noch einmal ein ganz eigenes Gesicht, so dass dann vielleicht auch endlich der 'Homeland'-Vergleich endet. In dieser Hinsicht ist es dann ja gut, dass 'Homeland 6' in Berlin geplatzt ist. Armer Herr Steinhauser, der also auch ein Vertreter der Berlin=NY-These ist. :kuss: Schade, dass dies Bilder dann auch von 'Homeland' und 'House of Cards' sind. Sie hätten ja eines von den Schülerinnen und Schülern nehmen können. ;) :lol:

Danke für den Artikel, Nimue. :kuss:

Hat eigentlich jemand die Druckausgabe der 'Süddeutschen' und könnte mal nachschauen, ob es den Artikel dort auch gibt?

Re: Mediales über 'Berlin Station'

Verfasst: 29.04.2016, 22:27
von Oaky
Wirklich ein netter Artikel! :daumen:


Laudine hat geschrieben:Victoria Mayer hatte dagegen ja die Bedeutung des Dialect Coaches betont. Aber mit Daniel Miller spricht sie wahrscheinlich Englisch, während deutsche Darsteller untereinander und ggf. die Kleindarsteller und Statisten wegen der Authentizität Deutsch sprechen, was untertitelt wird, wenn es wichtig ist. Das gäbe der Sache dann noch einmal ein ganz eigenes Gesicht, so dass dann vielleicht auch endlich der 'Homeland'-Vergleich endet.


Ich könnte mir gut vorstellen, dass es genauso wird. :ja:

Es wird auch verdammt wichtig sein, dass sich 'Berlin Station' von 'Homeland' abgrenzt. Der Vergleich fiel ja nun schon einige Male, was ja irgendwie auch wieder klar ist.


Danke für's Posten des Artikels, Nimue! :kuss:



Ich freue mich sehr, dass es für das Filmstudio Babelsberg derzeit so super läuft und ich hoffe sehr, dass auch 'Berlin Station' eines der großen Aushängeschilder wird. :sigh:

Re: Mediales über 'Berlin Station'

Verfasst: 29.04.2016, 22:40
von Laudine
Es ist schon fast ein bißchen unheimlich, dass irgendwie alle bereits von einer zweiten Staffel bzw. dem Wunsch, diese zu produzieren, sprechen. :bibber: Ich fände das natürlich auch toll. 8) :sigh: Für die 300 (Englisch sprechende ;) ) Mitarbeiter, die dann - nach 'Berlin Babylon' - wieder eine Anstellung hätten, wäre das natürlich auch toll. Sie fühlen sich bestimmt nicht als 'White Mexicans'. Mehrere Zehntausend Dollar, die hier für 'Berlin Station' investiert wurden, sind schon eine ordentliche Summe. Ich glaube ja, dass das Einsparpotential eher bei den günstigen Drehorten als beim Personal lag.

Re: Mediales über 'Berlin Station'

Verfasst: 30.04.2016, 08:39
von LucasThorin
Danke Nimue für's Rüberholen ...

Wirklich interessant der Artikel ...

Re: Mediales über 'Berlin Station'

Verfasst: 02.05.2016, 08:05
von Redluna
Laudine hat geschrieben:Hat eigentlich jemand die Druckausgabe der 'Süddeutschen' und könnte mal nachschauen, ob es den Artikel dort auch gibt?


Der Artikel war in der Druckausgabe vom Samstag, illustriert mit einem Bild von 'Homeland'

Re: Mediales über 'Berlin Station'

Verfasst: 02.05.2016, 08:44
von Laudine
Danke, Redluna. :blum:

Re: Mediales über 'Berlin Station'

Verfasst: 04.05.2016, 11:31
von Laudine
Ein Tweet von Hr. Steinhauer zum Interview der 'Berliner Zeitung' mit Victoria Mayer:

Olen Steinhauer@olensteinhauer

Interview, auf Deutsch, with one of our wonderful German actors: Neue US-Agentenserie dreht sich um Berliner Zeitung


https://twitter.com/olensteinhauer/status/727806524781932544

Abgesehen davon, dass er ein bißchen spät dran ist, finde ich seine Sprachmischung super. :lol:

Re: Mediales über 'Berlin Station'

Verfasst: 04.05.2016, 12:26
von Oaky
Die Sprachmischung ist einfach spitze und perfekt obendrein! :daumen:

Danke für's Rüberholen des Tweets, Laudine! :kuss:

Re: Mediales über 'Berlin Station'

Verfasst: 18.05.2016, 16:11
von Arianna
Die große TV-Serien-Präsentation für den internationalen Markt läuft ab morgen in LA:

http://www.broadcastingcable.com/news/c ... ont/156495

...
A bit of romance, “which seems to have completely disappeared from TV,” would be nice, said Stewart of Italy’s Mediaset. “And just how many films can we make into series, digging out old stories and franchises?” she asked, citing Lethal Weapon, Frequency and Training Day, all from Warner Bros; Emerald City and Taken from ABC and The Exorcist from Fox.
That said, she called Training Day one of her “personal possible favorites” among pilot hopefuls, along with Eyewitness (ABC), APB (Fox), Zoobiquity (Fox), The Shooter (Paramount), Berlin Station (Paramount). She’s curious to see Drew (CBS), Riverdale (WB) and Dream Team (WB). ...

Re: Mediales über 'Berlin Station'

Verfasst: 18.05.2016, 21:58
von Laudine
Einmal mehr zeigt sich die Professionalität des gesamten Teams - pünktlich zum Termin alles auf dem richtigen Weg. :daumen:

Re: Mediales über 'Berlin Station'

Verfasst: 27.05.2016, 18:07
von Redluna
Hier gibt es ein Interview mit Amit Ziv, "head of business development" von Epix, der auch 'Berlin Station' erwähnt.
Danke an Servetus fürs Finden :blum: