Nimue hat geschrieben:Als Außenstehender redet es sich immer herrlich leicht daher! Nachdem wir alle keine Brancheninsider sind und auch keine Kontakte zu seinem Agenten haben, finde ich solches Gerede, er solle es" einfach machen" gelinde gesagt, schon ziemlich herablassend, sorry.
Die Branche ist ein Haifischbecken - ich glaube nicht, dass Richard schon den Status hat, dass ihm interessante Parts einfach nachgeworfen werden. Gute Rollen sind leider rar gesät, wenn ich mir so ansehe, was alles in den Kinos läuft- und viele davon haben in den letzten Jahren wirklich die gehypten Typen wie Cumberbatch, Fassbinder und Hiddleston abgesahnt. Ich denke schon, dass er solche Rollen mit Kusshand gespielt hätte, wenn er ein dementsprechendes Angebot bekommen hätte. Aber bis vor dem Hobbit war er in der Kinolandschaft noch mehr oder weniger ein "No- name".
So sehe ich das auch.
Und da Richard ja nun alles andere als ein Selbstdarsteller ist (und ich auch glaube, dass er sich seiner eigenen Möglichkeiten womöglich viel zu unsicher ist), wird er überall dort, wo Vitamin B aufgebaut wird und wo man sich den Maßgeblichen aufdrängt, mit Sicherheit eben
nicht mit breiter Brust herumstolzieren und sich als den Obercoolen, der alles mit Links macht, herumtröten.
Gerade in einer Branche, in der man nicht nur Haifisch, sondern darüber hinaus auch noch ein überaus eitler Haifisch sein muss, hat es ein Mensch mit so viel ironischer Distanz zu sich selbst und so viel Zurückhaltung sicherlich schwer, wahrgenommen zu werden.
Ich sehe ihn auch nicht in einer Pilcher- oder anderen Kitsch-Verfilmung. Ich glaube nicht, dass er sich mit so etwas identifizieren könnte.
Da ich den John Thornton immer noch für eine seiner überzeugendsten Arbeiten halte, sehe ihn eher in guten Historien- und Literaturverfilmungen: "All about love" ... Fürst Bolkonski in einer Neuverfilmung von "Krieg und Frieden".
Z.B.
