Maike hat geschrieben:Ich hab halt immer die Sorge, dass RA etwas fehlt, was man für's Theater braucht, vielleicht etwas, dass man nicht benennen kann und auch mit Fleiß und gutem Willen nicht erwerben kann (denn daran mangelt es sicher nicht). Seine frühe Theaterkarriere hat nie gezündet (und die RSC hat ihn nicht behalten/er ist nicht geblieben, weil er keine Perspektive hatte) und ob das nur daran liegt, dass die Konkurrenz so hart ist und eben nicht jeder das Glück hat, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein?
Gilt das auch für seine Filmkarriere, bisher? Ich glaube, wir müssen es uns einfach anschauen und auch der Kritik das Wort lassen.
Also ich werde mir vor Ort kein Bild machen können, vertrete aber die Ansicht, dass man ihn nicht genommen hätte, wenn er keine entsprechende Bühnenpräsenz hätte. Seine Stimme ist, wie schon andere vor mir anmerkten, tragend und durchaus wandelbar. Er weiß sie einzusetzen, wie diverse Hörbücher und Hintergrundmoderationen beweisen. Durch die Arbeit im TV, also die "Kindersendungen", haben wir als Zuschauer auch einen Eindruck bekommen, dass er durchaus Inhalte mit Gesten und Mimik vermitteln kann. Ich denke nicht, dass er sich dieser Erfahrungen und Kentnisse auf der Bühne nicht erinnert. Zudem hat er in Musicals mitgemacht, weiß also durchaus auch, wie man Gefühle auch in die letzte Reihe ohne Gesichtsmimik vermitteln kann / muss / sollte.
Nur weil uns nach all den filmischen Genüssen gewisse kleine Gesten oder ein Augenzwinkern als "Wiedererkennungswert" dient, bedeutet das für mich nicht, dass er nicht anders kann.
Aber ich freue mich auch auf unvoreingenommene "Bewertungen" - den ich fände ihn vermutlich sogar selbst dann "großartig", wenn er beim Nachbarn Tomaten umpflanzt.
Kann euch nur zustimmen, Damiana und Angry Angel. Außerdem ist Kevin Spacey ein alter Hase, der genau weiß, was er tut- ich glaube kaum, dass er Richard die Hauptrolle nur gegeben hat, um ihm einen Gefallen zu tun.
Nimue hat geschrieben:Kann euch nur zustimmen, Damiana und Angry Angel. Außerdem ist Kevin Spacey ein alter Hase, der genau weiß, was er tut- ich glaube kaum, dass er Richard die Hauptrolle nur gegeben hat, um ihm einen Gefallen zu tun.
Damiana hat geschrieben:Also ich werde mir vor Ort kein Bild machen können, vertrete aber die Ansicht, dass man ihn nicht genommen hätte, wenn er keine entsprechende Bühnenpräsenz hätte. Seine Stimme ist, wie schon andere vor mir anmerkten, tragend und durchaus wandelbar. Er weiß sie einzusetzen, wie diverse Hörbücher und Hintergrundmoderationen beweisen. Durch die Arbeit im TV, also die "Kindersendungen", haben wir als Zuschauer auch einen Eindruck bekommen, dass er durchaus Inhalte mit Gesten und Mimik vermitteln kann. Ich denke nicht, dass er sich dieser Erfahrungen und Kentnisse auf der Bühne nicht erinnert. Zudem hat er in Musicals mitgemacht, weiß also durchaus auch, wie man Gefühle auch in die letzte Reihe ohne Gesichtsmimik vermitteln kann / muss / sollte.
Nur weil uns nach all den filmischen Genüssen gewisse kleine Gesten oder ein Augenzwinkern als "Wiedererkennungswert" dient, bedeutet das für mich nicht, dass er nicht anders kann.
Aber ich freue mich auch auf unvoreingenommene "Bewertungen" - den ich fände ihn vermutlich sogar selbst dann "großartig", wenn er beim Nachbarn Tomaten umpflanzt.
Klasse Beitrag, Damiana.
Ich werde es auch nicht sehen und warte einfach ab, was Kritiker und andere Theater-Gänger zu sagen haben. Es macht doch auch keinen Sinn sich jetzt darüber den Kopf zu zerbrechen ob Richard nun gut genug für die Bühne ist oder nicht (wobei ich nicht an seinen Fähigkeiten zweifle). Um es wirklich einschätzen zu können, wissen wir auch viel zu wenig. Das ist doch wieder ein klassischer Fall von abwarten und Tee trinken. Warum also nicht zurücklehnen und die Tatsache genießen, dass ein Großteil der RA well wishers bald in der Lage sein wird Richard live spielen zu sehen!
Ich stimme Euch in Allem zu... es bleibt anzuwarten. Aber Kevin Spacey hat ihn nicht ohne Grund genommen... und er ist sehr wählerisch !!!! Ich denke, dass gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für die Theaterdarstellung gekommen ist...
Oh, das können dir die regelmäßigen Theatergänger sicher besser erklären, aber RA ist ja jemand der subtil und mit kleines Gesten spielt, oder sogar ohne Gesten mit "stillness", wie PJ gesagt hat, und dessen Schauspielkunst man an besten sieht, wenn die Kamera in Großaufnahme auf seinem Gesicht verweilt. Dieser Stil zu spielen ist nicht jedermanns Sache, die eine sagt, sie kann ganz Romane an seinen Augen ablesen, der andere findet ihn hölzern, weil die großen, theatralischen Gesten fehlen. Und auf der Bühne sieht man diese "microexpressions" natürlich nicht.
Nati hat geschrieben:Könntet ihr bitte für mich mal eine kleine Gegenüberstellung Bühnenschauspieler und Filmschauspieler machen.
Was für welche Rolle wichtig ist - wäre ganz interessant. Vielen lieben Dank im Voraus!
An, diejenigen von uns, die sich mit Theater und Schauspielerei auskennen - ich bin mal lästig - habt ihr meine Bitte bzw. Frage übersehen?
Ihr habt schon über ein paar Dinge gesprochen, z.B. Gesichtsausdruck, ... Was sind noch Unterschiede, auf die man bzw. Richard achten muss?
Das wichtigste ist die Stimme für die Bühne - und die hat er schonmal - das kann ich bezogen auf das winzige Fitzelchen sagen, was er in den 24 h Plays von sich gegeben hat.
Ansonsten verweise ich auf meine Ausführungen vom 22.05.2014, 11:40. Das ist immer sehr individuell. Bühnenpräsenz lässt sich nicht allgemein erläutern. Ich kann als Zuschauer nicht beurteilen, wo die herkommt, ich nehme sie einfach wahr oder nicht. Manche haben große Gesten auf der Bühne, manche nicht. Aber die Gestik ist im allgemeinen schon ausgeprägter auf der Bühne als beim Film. Microxpressions können eben nicht bis in hintere Reihen wahrgenommen werden. Die Mimik hat im allgemeinen deshalb auf der Bühne auch weniger Bedeutung als beim Film oder Fernsehen, wo die Kamera die aus der Nähe zeigen kann. Beim Theater wird der ganze Körper für das Spiel eingesetzt.
Das mit der Mimik und Gesichtsausdruck ist mir auch schon aufgefallen - jetzt wo ihr es sagt - ich habe mir nämlich vor einer Woche in Linz im Musiktheater ein Musical angesehen und bin im 1. Rang gesessen - habe aber absolut keine Mimik bzw. Gesichtsausdruck ausmachen können - was ich sehr schade fand - dafür ist dann wohl das Opernglas zuständig. Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich tatsächlich das Stück nur über die Stimmen und Gestiken wahrgenommen.
Sorry, ich schaue hier nur sporadisch rein... Den Ausführungen aus Servetus Blog kann ich im Großen und Ganzen zustimmen, bzw. hätte ich in ähnlicher Form geschrieben. Meine Probenarbeit unterscheidet sich kaum davon (außer bei Amateuren, die noch einem Hauptberuf nachgehen, da kann man natürlich nicht täglich acht Stunden proben). Alles andere ist, soweit ich mich erinnere, auch schon einmal im Zusammenhang mit der New York Performance gesagt worden, d.h. Bühnenausdruck, Gesten, Mimik, etc. und würde hier nur zu einer Endlosschleife an Wiederholungen führen.