Oaky hat geschrieben:
Miou hat geschrieben:
Ich finde vor allem nicht gut, wenn Leute sein Recht auf körperliche Distanz nicht respektieren, sondern sich einfach so an ihn drängen.
Mich überrascht das auch etwas, weil ich bislang die Briten nur so rücksichtsvoll und considerate kannte, dass sie selbst in den größsten Massenaufläufen immer diese paar Zentimeter Abstand zu anderen Menschen wahrten.
Hier scheint jetzt das Bedürfnis nach physischer Nähe die Fans immer mehr zu überwältigen, und ich glaube auch, je mehr sie jeden Tag von den "hugs" lesen, umso mehr werden sie selbst auch diesen respektvollen Abstand, auf den er ein Anrecht hat, verletzen.
Am red carpet vor Filmpremieren etc. werden die Stars aus gutem Grund von Absperrungen und von Securities vor den Grabschern unter den Fans geschützt.
Bislang konnte man wohl darauf vertrauen, dass Damen, die das Theater lieben, auch an der stage door ausreichend contenance zeigten und dass man da keine Securities einsetzen musste. - Ich fürchte, dass sich das gerade ändert: Dass durch Twitter und Facebook die Ausnahme zur Regel wird.
Findest du das nicht ein wenig extrem ausgedrückt?
Er ist a) ein erwachsener Mann von 42 Jahren, der den Großteil der Damen in der Schlange an der Stage Door unter den Arm klemmen könnte, wenn er denn wollte und b) macht er das alles doch freiwillig. Ich glaube er ist Mann genug um zu sagen, wenn ihm etwas nicht passt und wenn er keine Umarmungen wünscht würde er das sicher äußern. Ich glaube auch nicht, dass seine Wünsche dahingehend nicht von den Leuten an der Stage Door berücksichtigt werden würden.
Nein, ich finde meine Gedanken zu dem Thema nicht "extrem", Oaky.
Ich habe auch weder zu a) die physische Kraft des Herrn Armitage bezweifelt noch habe ich zu b) behauptet, dass er zu seinen Freundlichkeiten und Nettigkeiten gezwungen wird.
Aber bin nun mal "old school". Und deshalb gehört für mich zum Katalog höflichen Verhaltens auch nicht, dass ich die Grenzen meines Gegenübers austeste nach dem Motto: Wenn er das nicht will, muss er das eben deutlich sagen oder zeigen. Zur Höflichkeit gehört für mich eben immer auch ein respektvolles Wahren der physichen Distanz - - - und dass sich jemand nicht ostentativ gegen (noch so liebevoll gemeinte) Annäherungen verwahrt, bedeutet für mich längst nicht, dass ihm so etwas willkommen wäre.
Ich drehe ja auch z.B. nächstens nicht meine Mucke auf Anschlag hoch und sage achselzuckend: Meine Nachbarn sind erwachsene Menschen. Wenn es sie stören würde, hätten sie ja schon längst an die Wand geklopft oder die Polizei geholt. Und ich drängle mich auch in keiner Kassenschlange auf Tuchfühlung an die vor mir Stehenden in der festen Überzeugung, wenn sie das nicht wollten, würden sie mir ja eine scheuern. Mein ebenfalls old-school-Mom hat mir vor einem halben Jahrhundert eingetrichtert, dass ein höfliches Verhalten die Interessen der Mitmenschen berücksichtigt - ohne dass dies eingefordert werden muss.
Oaky hat geschrieben:
Richard macht nicht den Eindruck, dass er sich bedrängt fühlt... ganz im Gegenteil, er scheint sogar richtig glücklich und zufrieden zu sein.
Meine ganz persönliche Vermutung (die du natürlich nicht teilen musst, Oaky) ist, dass ihn der Erfolg der Aufführung so glücklich macht. Inwieweit es ihm aber wirklich Freude macht, jeden Abend reihenweise und "next please" wildfremde Menschen zu umarmen, weiss nur er allein.
Dass er es tut, ist für mich ein weiteres Zeichen seiner schier unfassbaren Liebenswürdigkeit.
Für mich wäre eine solche Situation mit mir völlig Unbekannten ein Albtraum.
Zitat:
Dass die glücklichen Damen ihre Erlebnisse auf Twitter und Facebook teilen, ist doch keine Schande... sie freuen sich halt Richard getroffen zu haben und ein Foto mit oder Autogramm von ihm bekommen zu haben, das ist doch schön und absolut nichts schlimmes.
Das habe ich auch nirgendwo behauptet.
Ich fürchte nur, je mehr von "Hugs" zu lesen ist, umso weniger Fans werden sich mit einem simplen Autogramm zufrieden geben... Wie steht frau denn da vor den anderen well wisherinnen, wenn sie "nur" eine schnöde Unterschrift als Trophäe mitbringt.
Oaky hat geschrieben:
Hast du nicht erst vor ein paar Tagen folgendes in einem der Threads hier gepostet?
Miou hat geschrieben:
Es braucht von allen Sorten, um ein Fandom zu bauen: Es braucht Optimisten und Vorsichtige, es braucht Jubler und es braucht Mahner.
Und in einem guten Fandom sollte auch immer Platz sein für Individualistinnen.
Ich weiss wirklich nicht, warum es so erstrebenswert sein soll, immer nur im Gleichschritt zu posten. Damit gerade ein Frauenchor insgesamt gut klingt, braucht es auch die Altstimmen und manchmal sogar die Bässe.

Zu diesem Fandom gehören neben den Damen, die nicht an der Stage Door stehen und Richard eher im Stillen bewundern oder gar anhimmeln, eben auch die, die an der Stage Door stehen und ihre Erlebnisse mit anderen well-wishern teilen, oder nicht?
Natürlich.
Und zu diesem Fandom gehören neben euch jungen Hüpferinnen auch alte Unken wie ich, die der Meinung sind, dass ein wenig Zurückhaltung im Leben nicht schaden kann.
Und die nach Unkenart fürchten, dass, wenn jetzt der Bogen von den allabendlichen Schlangensteherinnen überzogen wird, die well-wisherinnen der nächsten Wochen im Vergleich sehr viel weniger Zuwendung bekommen.