Caderousse hat geschrieben:
Ich hab mir jetzt die Folge angesehen, und was soll ich sagen:
Ich weiß, dass hier einige sind, die tief traurig darüber sind, dass die Figur des Lucas North zerstört worden ist. Und das wurde sie definitiv. Andererseits haben die Scriptwriter Richard einen Ausstieg bereitet, der seinesgleichen sucht. Jetzt nachdem die gestrige Folge zu Ende ist, hat man natürlich ein Problem damit, die Staffel 7 und 8 anzuschauen, ohne dabei den Verräter und Killer John Bateman zu sehen. Aber Hej, muss man das? Man kann das auch einfach mal so stehen lassen und nach vorne schauen....
Ich für meinen Teil habe kein Problem damit, mir die alten Folgen anzugucken. Das liegt vielleicht auch daran, weil ich Richard als Schauspieler sehen will und nicht Lucas North und seine Aktion als Superspion.
Das Lucas aus Russland mit einigen Problemen zurückkam, hat man gesehen. In der letzten Folge wurde der Bogen sehr schön dazu gespannt und viele Dinge leuchteten einem ein. Die vermeintlichen Plotholes, die manche mehr und manche weniger sehen, sind für mich nach dem Gespräch Lucas/Ruth und Lucas/Harry eigentlich nebensächlich. Viel wichtiger sind für mich die Aussagen, dass jede einzelne Person nicht mehr das eigene Leben leben darf, sondern immer in verschiedenen Identitäten gefangen ist. Die Frage stellt sich auch immer, ist ein Mord im Namen der Königin genehm und angebracht, aber sonst nicht???? Wie heißt es immer so schön: Der Freiheitskämpfer von heute, ist der Terrorist von morgen. Insofern erinnere ich an Folge 1 wo Vaughn von der Weltherrschaft spricht. Die beiden hatten wohl einiges vor....
Letztendlich aber war John Bateman kein schlechterer Mensch als Harry Pierce - das war für mich am Ende klar. Gefangen in Identitäten, Gefängnisaufenthalten und Verrat. Traurig, traurig seine Suche nach der wahren Liebe und am Ende alles verloren. Was anderes als Selbstmord kam nicht in Frage. Ich denke, dass er durch Maya versucht hat, an alte Zeiten und alte Identitäten anzuknüpfen, aber immer auch wissend, dass das wohl nicht klappen kann und trotzdem verzweifelt daran festgehalten hat.
Meine Highlights der gestrigen Folge:
Die Gespräche zwischen Lucas und Ruth.
Als er ihr die Spritze gibt und sie denkt sie stirbt und er sie tröstet, das war einfach phänomenal gespielt von beiden. Gänsehaut ist gar kein Ausdruck dafür. Für mich die intensivste Szene.
Als Maya stirbt und der tiefe Schmerz von Lucas. Da stieg mir das Wasser in die Augen!
Der Showdown von Lucas und Harry und dann: I'm nothing!
Wie Ruth weinte, war herzerweichend.....
Also, alles in allem eine absolut geniale Staffel. Es gab einige Meinungen, dass es mutig von der BBC war ihren Superhelden so zu demontieren. Ja, das war es. Es gab genug Aufschrei bei einigen. Trotzdem war es für mich eine tolle Wendung und passte gut zu der Figur des unberechenbaren Lucas, der zerstört aus Russland wiederkam. Ein Superheld, der immer wieder die Welt rettet und dies dann auch noch in Staffel 10 und 11 wäre doch recht einfallslos gewesen.
Insofern hat Richard alles bekommen was er wollte. Einen guten nicht grausamen Tod, an den wir lange denken werden.
Hab ich schon gesagt, dass ich Richards schauspielerische Leistung überirdisch gut fand. Und wenn ich ihn nicht schon so verehren würde, würde ich es spätestens nach dieser Staffel tun.

Ich muss diesen Post noch mal hierherziehen.
Denn, Caderousse, du hast perfekt ausgedrückt, wonach ich ziemlich lange nach den richtigen Worten hätte suchen müssen.
Zu den Plotholes kann ich nur sagen, sie sind halt da.

Wie lange hätte denn eine Folge
Spooks dauern sollen, wenn ihr alles aufgeklärt bekommen hättet, was ihr hier bemängelt? Dann wäre es alles andere gewesen, nur kein
Spooks.
Durch viele verschiedenen Szenen sind sie für mich sowieso völlig unwichtig geworden. Was interessieren mich noch kleine Lücken in der Handlung, wenn ich eine so geniale Darstellung wie in dieser Folge geboten bekomme. - Dazu bin ich viel zu vernarrt in diesen Herrn. - Nicht nur von Mr. Armitage alleine, obwohl er natürlich herausragend war, auch Nicola Walker und Peter Firth haben eine geniale Leistung geboten. Aber ich glaube ich hatte schon mal geschrieben, dass mir die Qualität der Darstellung in Werken mit Mr. Armitage über den Inhalt der Werke selber geht. Schön, wenn es beides klasse ist, aber wenn nicht, ist es kein Grund mich deshalb nicht an dem tollen Mann zu erfreuen.
Übrigens viel schlimmer als Lucas/Johns Tod ist für mich der mit Sicherheit stattfindende Ausstieg von Peter Firth. Harry ist für mich eine Institution im GRID und ER ist die Figur ohne die ICH mir
Spooks nicht mehr vorstellen kann. Das trifft mich viel mehr als Lucas Ausscheiden.
time4tea hat geschrieben:
Zitat OH: "Die Wahrheit/Realität des Films ist das Drehbuch."
Wahre Worte kurz und knapp.
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Aussprechen möchte ich noch, auch ich finde es extrem nervig, wenn hier Posts, vor allem sehr negative Post losgelassen werden über etwas, was diejenige noch nicht einmal persönlich selber angeschaut hat. Ich finde es wesentlich schöner mit Menschen zu diskutieren, die wissen, wovon sie reden.