29.12.2016, 00:26
Das bringt das Filmjahr 2017 für Babelsberg
Studio Babelsberg freut sich auf neue Produktionen 2017: Die zweite Staffel der Agentenserie „Berlin Station“ und der Science-Fiction-Film „Inversion“ kommen und damit Stars wie Samuel L. Jackson. Kürzlich abgedreht worden sind „Jim Knopf“ und „Mute“.
Babelsberg.
Tschüss Filmjahr 2016, her mit spannenden neuen Projekten 2017! Bei Studio Babelsberg freut man sich dieser Tage schon auf alte Bekannte: Richard Armitage, Rhys Ifans, Richard Jenkins und Michele Forbes – Stars der Agentenserie „Berlin Station“ – kehren im Frühjahr zurück. Der US-Bezahlsender Epix hat eine zweite Staffel bestellt. Gedreht werden soll erneut an Originalschauplätzen und im Traditionsstudio, das Koproduzent ist. Ein deutscher Sender hat sich für die Serie bislang nicht gefunden.
Bevor die nächste Klappe für „Berlin Station“ fällt, kommt Hollywoodstar Samuel L. Jackson („The Hateful 8“) für den Science-Fiction-Thriller „Inversion“ nach Babelsberg. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren, sagte Wolf. Der Drehstart ist für Ende Februar angekündigt. Branchenberichten zufolge soll „Inversion“ 130 Millionen Dollar kosten. Jackson, der einen Agenten der Homeland Security spielen wird, obliegt in dem Kinofilm nicht weniger als die Rettung der Erde. Außer in Babelsberg wird in Shanghai und Chicago gedreht.
Kurz vor Weihnachten wurde bekannt, dass Studio Babelsberg nach dem vierfachen Oscar-Hit „ Grand Budapest Hotel“ wieder mit Regie-Genie Wes Anderson zusammenarbeiten wird. Diesmal dreht der US-Amerikaner keinen Realfilm, sondern Stop-Motion-Trick mit dem Titel „Isle of Dogs“ (Insel der Hunde). Seit der Tragikomödie „Grand Budapest Hotel“, die auch kommerziell ein Erfolg war, pflegt das Babelsberger Produzententrio Charlie Woebcken, Christoph Fisser und Henning Molfenter ein „enges Verhältnis“ zu Anderson, so Studio-Sprecher Eike Wolf. „Isle of Dogs“ soll in London entstehen. Zu Details, wie das Babelsberger Studio involviert wird, könne Wolf „noch nichts sagen“. Das Medienboard Berlin-Brandenburg setzt auf die bewährte Verbindung und unterstützt das Vorhaben mit 300 000 Euro. Gefühlt halb Hollywood leiht den animierten Figuren seine Stimmen, so Scarlett Johansson („Match Point“), Bryan Cranston („Breaking Bad“), Frances McDormand („Fargo“) sowie Bill Murray, Tilda Swinton, Edward Norton, Jeff Goldblum und Harvey Keitel, die einst bereits im „Grand Budapest Hotel“ eincheckten.
Abgedreht wurden im Dezember mit „ Jim Knopf“ sowie „ Mute“ zwei ganz unterschiedliche Babelsberger Koproduktionen. Regisseur Dennis Gansel verfilmte fürs Kino Michael Endes Kinderbuchklassiker „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ in prächtigen Kulissen, gebaut von den versierten Handwerkern des studioeigenen Art Department. „Man ist leider etwas versaut für die Zukunft, wenn man hier erstmal gedreht hat“, schrieb Gansel ins Babelsberger Gästebuch und: „Tausend Dank für Support und die fantastische Arbeit.“
Duncan Jones bedankte sich, dass in Babelsberg „Mute“ umgesetzt werden konnte
In dem Buch verewigte sich auch David-Bowie-Sohn Duncan Jones. Mit einer Art Berliner Piratenbär bedankte sich der Regisseur, dass in und mit Babelsberg sein Science-Fiction-Thriller „Mute“ umgesetzt werden konnte. Die Hauptrolle spielt der schwedische Beau Alexander Skarsgård, der sich mit „Tusen Tack“ verabschiedete: Tausend Dank! Babelsberg sei ihm in den vergangenen drei Monate zur Heimat geworden, die er bereits vermisse.
Durch ist inzwischen auch die von X Filme Creative Pool, ARD und Sky produzierte 1920er-Jahre-Krimiserie „Babylon Berlin“, mit der Regisseur Tom Tykwer („Cloud Atlas“) ein halbes Jahr in der Außenkulisse „Neue Berliner Straße“ an der Ahornstraße zu Gast war. Die nächsten Monate wird Tykwer im Schnittraum verbringen, um die 16 Episoden fernsehtauglich zu machen.
Nachdem 2016 für das Studio schleppend begann, hoffe man, mit einem „blauen Auge“ davonzukommen, sagte Studio-Boss Charlie Woebcken. Wirtschaftszahlen liegen noch nicht vor.
Von Ricarda Nowak
29.12.2016, 00:26
29.12.2016, 08:37
29.12.2016, 09:00
29.12.2016, 09:58
Der 'Nightmanager' wurde ja auch im Zweikanalton ausgestrahlt, ebenso die Golden Girls - warum also nicht auch hier?
29.12.2016, 10:28
29.12.2016, 11:31
Solitaire hat geschrieben:Ach, Sky hat doch kein Mensch (zumindest keiner, den ich kenne). Netflix wär mir da echt lieber.
29.12.2016, 12:42
09.02.2017, 16:32
27.02.2017, 20:29
Keke Palmer mit neuer Hauptrolle in "Berlin Station"
27.02.2017, 14.55 Uhr - Bernd Krannich in TV-News international
Für die zweite Staffel der US-Serie "Berlin Station" wurde Keke Palmer als neue Hauptdarstellerin engagiert. Die Serie des Pay-TV-Senders EPIX wird ab März wieder in der deutschen Bundeshauptstadt Berlin drehen und handelt vom CIA-Agenten Daniel Miller (Richard Armitage), der auf der Suche nach einem Informationsleck in der CIA-Außenstelle in Berlin ermittelt. Bisher hat noch kein deutscher Anbieter oder Sender sich das Format gesichert.
Keke Palmer übernimmt die Rolle der April Lewis. Die hatte sich in den USA im CIA-Hauptquartier in Langley einen Namen als Analystin gemacht und wurde gerade auf ihre erste Außendienststelle nach Berlin versetzt. April bringt eine Mischung aus selbstbewusster Frechheit und jener Furchtlosigkeit mit, die der oft behütet aufgewachsenen Generation der Millennials zugeschrieben wird. Zudem weht mit ihr ein frischer Wind aus Langley nach Berlin: Dort hat nun die "neue Garde" der "Terroristenjäger" das Sagen, während in Berlin die meisten Agenten noch der alten Schule entstammen, deren Arbeit vom Kalten Krieg und der Auseinandersetzung mit Spionen des Ostblocks nachhaltig geprägt wurde.
Die frühere Broadway-Darstellerin Palmer gehörte als Zayday zum Cast der ersten beiden Staffeln von "Scream Queens" und zum Cast von FOX' Musical-Aufführung "Grease Live". Bekannt wurde sie u.a. durch ihre Hauptrolle als True Jackson in der gleichnamigen Nickelodeon-Serie.
Weitere Hauptrollen in "Berlin Station" haben Richard Jenkins, Michelle Forbes, Rhys Ifans, Leland Orser und Tamlyn Tomita. Bradford Winters fungiert als Showrunner, Serienschöpfer Olen Steinhauer sowie Eric Roth, Steve Golin, Kerry Kohansky-Roberts, Keith Redmon und Luke Rivett fungieren als Executive Producer der Serie, die von Anonymous Content und Paramount Television hergestellt wird.Keke Palmer mit neuer Hauptrolle in "Berlin Station"
Für die zweite Staffel der US-Serie "Berlin Station" wurde Keke Palmer als neue Hauptdarstellerin engagiert. Die Serie des Pay-TV-Senders EPIX wird ab März wieder in der deutschen Bundeshauptstadt Berlin drehen und handelt vom CIA-Agenten Daniel Miller (Richard Armitage), der auf der Suche nach einem Informationsleck in der CIA-Außenstelle in Berlin ermittelt. Bisher hat noch kein deutscher Anbieter oder Sender sich das Format gesichert.
Keke Palmer übernimmt die Rolle der April Lewis. Die hatte sich in den USA im CIA-Hauptquartier in Langley einen Namen als Analystin gemacht und wurde gerade auf ihre erste Außendienststelle nach Berlin versetzt. April bringt eine Mischung aus selbstbewusster Frechheit und jener Furchtlosigkeit mit, die der oft behütet aufgewachsenen Generation der Millennials zugeschrieben wird. Zudem weht mit ihr ein frischer Wind aus Langley nach Berlin: Dort hat nun die "neue Garde" der "Terroristenjäger" das Sagen, während in Berlin die meisten Agenten noch der alten Schule entstammen, deren Arbeit vom Kalten Krieg und der Auseinandersetzung mit Spionen des Ostblocks nachhaltig geprägt wurde.
Die frühere Broadway-Darstellerin Palmer gehörte als Zayday zum Cast der ersten beiden Staffeln von "Scream Queens" und zum Cast von FOX' Musical-Aufführung "Grease Live". Bekannt wurde sie u.a. durch ihre Hauptrolle als True Jackson in der gleichnamigen Nickelodeon-Serie.
Weitere Hauptrollen in "Berlin Station" haben Richard Jenkins, Michelle Forbes, Rhys Ifans, Leland Orser und Tamlyn Tomita. Bradford Winters fungiert als Showrunner, Serienschöpfer Olen Steinhauer sowie Eric Roth, Steve Golin, Kerry Kohansky-Roberts, Keith Redmon und Luke Rivett fungieren als Executive Producer der Serie, die von Anonymous Content und Paramount Television hergestellt wird.
stimmt nicht.Bisher hat noch kein deutscher Anbieter oder Sender sich das Format gesichert.
27.02.2017, 23:16
Nicole1971 hat geschrieben:Ich hoffe, das hierstimmt nicht.Bisher hat noch kein deutscher Anbieter oder Sender sich das Format gesichert.
04.03.2017, 18:53
March 02, 2017 6:21pm PT by Ashley Cullins
'Berlin Station' Star Sued by Ex-Talent Manager
Joannie Burstein says Leland Orser owes her commission from the Epix series and 'Ray Donovan.'
Talent manager Joannie Burstein is suing her former client Leland Orser because she claims he violated their deal as soon as his Epix series Berlin Station became a commercial success.
Burstein represented Orser for more than a decade, according to the complaint. She's suing for breach of contract, claiming he abruptly terminated her in April and stopped paying her 10 percent commission from projects he landed while she was managing him.
"In sum, Burstein acted as Orser's faithful manager and friend for years, standing by Orser through difficult periods in his professional life and staying true to him until he achieved his long-term career goals," writes attorney Bryan Freedman in the complaint. "No sooner did Orser finally reach those goals than he decided to betray Burstein."
The manager and actor reached an oral agreement in 2005 under which Burstein would receive a tenth of Orser's gross compensation from acting gigs, according to the complaint filed Thursday in Los Angeles County Superior Court.
Berlin Station is the first scripted drama from Epix, a joint venture of Paramount, Lionsgate and MGM. The spy series has been renewed for a sophomore season and is set to begin production this spring.
Burstein says she's owed commission from both Berlin Station and Showtime series Ray Donovan, which Orser landed before terminating her, and is asking the court for an accounting to determine exactly how much she is due.
Orser's representatives did not immediately respond to a request for comment.
04.03.2017, 20:08

... es ist ja wohlgemerkt nicht von LOs Gage, sondern von der Serie an sich die Rede. Freut mich, aber wundert mich auch, wie das zustande kommt - müssen EPIX-Gucker die Filme und Serien, die sie schauen, direkt bezahlen? 
für diese interessante Meldung. 04.03.2017, 23:39
12.03.2017, 23:40
Der ungleiche Himmel
Förder-Stiefkind Serie? Warum große deutsche TV-Events wie „Charité“ oder „Tannbach“ weiterhin in Tschechien gedreht werden. von Markus Ehrenberg
„Der gleiche Himmel“, das Porträt einer Gesellschaft inmitten des Kalten Kriegs 1974 in Berlin. Ein junger Ost-Berliner Romeo-Agent (Tom Schilling) im Westen der Stadt, angesetzt vom Führungsoffizier (Ben Becker). Großes Kino von Regisseur Oliver Hirschbiegel. Große Besetzung, große dreiteilige Serie demnächst in Ihrem ZDF, großes deutsche Thema – aber eben gar nicht in Deutschland gedreht, sondern in Tschechien.
Wieder mal Tschechien. Und das hat nicht nur kulissen-bedingte Gründe wie bei der ARD-Serie „Charité“, die nächste Woche startet, sondern führt zu einer medien- und standortpolitischen Frage, die in Zeiten der boomenden High-End-Serie öfters gestellt wird. Deutsche Schauspieler wie Christiane Paul oder Serien wie „Deutschland 83“ gewinnen Emmy Awards, deutsche Fiktion steht weltweit hoch im Kurs.
Hört man sich aber unter den Machern dieser Serien um, hinkt Deutschland in Sachen Serien-Förderung hinterher. Das muss man ja erst mal jemandem erklären, wieso Schauspieler nach Tschechien gebracht werden müssen, um dort einen Film zu drehen, wo die Auslastung der Studios hierzulande zu wünschen übrig lässt.
Ein Leib-und-Magen-Thema für Nico Hofmann, Co-CEO der Ufa. „Wir reden im High-End-Drama-Bereich von einem Milliarden-Markt, einem immensen Wachstumsfeld.“ Das sei in der politischen Debatte nicht ausreichend anerkannt. Dabei hatte Kulturstaatsministerin Monika Grütters den Deutschen Filmförderfonds (DFFF) zuletzt von 50 auf 75 Millionen Euro aufstocken lassen. Da geht es aber vorrangig um die Förderung „kultureller Filmprojekte“. Der High-End-Drama-Bereich bleibe eher außen vor.
Für die Ufa bedeutet das: Über 50 Prozent der Produktionen wie „Charité“, „Der gleiche Himmel“, „Himmel und Hölle“, „Nackt unter Wölfen“ oder „Grzimek“ wurden im Ausland gedreht, in Tschechien oder Südafrika. Das gilt auch für „Tannbach 2“, über ein fiktives Dorf an der bayerisch-thüringischen Grenzen, produziert von Gabriela Sperl – made in Tschechien.
Deutsche High-End-Serien wie „Babylon Berlin“ wurden mithilfe des GMPF realisiert
„Auf diese Weise“, sagt Hofmann, „wandern seitens der Ufa rund zehn Millionen Euro jährlich ins Ausland, anstatt dass wir das Geld für nachhaltiges Wachstum in den Produktionsstandort Deutschland stecken, in Arbeitsplätze und Know-how.“ Die Ufa würde gerne mehr im Raum Berlin-Brandenburg mit der ansässigen Produktionswirtschaft drehen, dafür müsste sich aber an der Förder-Situation etwas ändern.
Es könnte eine Win-win-Situation sein. Eine Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung der Filmindustrie in Deutschland zeigt die signifikante Verflechtung der Filmwirtschaft mit anderen Branchen auf. Für jeden Euro Bruttowertschöpfung, der aus der Filmwirtschaft resultiert, werden 1,6 Euro an Wertschöpfung in der gesamten Volkswirtschaft realisiert. Ähnliches gilt, und sogar noch nachhaltiger, für längerfristige Serien-Produktionen.
Gut, zur Wahrheit zählt auch: Es gab wenig Zeiten, in denen Produzenten nicht nach mehr Förderung gerufen hätten. Christoph Fisser, Vorstand Studio Babelsberg, verweist darauf, dass TV-Formate in Deutschland vom German Motion Picture Fonds (GMPF) und von Länderförderern wie dem Medienboard Berlin-Brandenburg unterstützt werden.
Der Medienboard fördert High-End-Serien und großes Event-Fernsehen mit rund fünf Millionen Euro im Jahr. Der GMPF wurde vom Wirtschaftsministerium 2015 ins Leben gerufen, um mit der Summe von jährlich zehn Millionen Euro auch High-End-TV-Serien zu fördern. „Studio Babelsberg konnte in kurzer Zeit große internationale Serienformate wie ,Berlin Station’ für den Produktionsstandort Deutschland gewinnen.“
Auch die ersten deutschen High-End-Serien wie „Babylon Berlin“, „You are wanted“ und „Dark“ wurden mithilfe des GMPF realisiert. Man sei auf dem richtigen Weg, aber die jährliche Fördersumme insgesamt zu klein im Verhältnis zum Bedarf.
„Der gleiche Himmel“ läuft auch bei Netflix
„Video-on-Demand-Plattformen wie Netflix, Amazon oder Sky“, sagt Fisser, „wollen in Zukunft noch mehr deutsche, sogenannte lokale Produktionen in Auftrag geben. Davon profitieren deutsche Produktionshäuser wie Ufa, Constantin, Pantaleon oder Wiedemann & Berg, die diese High-End-TV-Serien realisieren.“ Die Produzenten möchten natürlich auch gerne lokal drehen. „Dafür benötigen sie ein Anreizsystem auf Bundesebene, das planbar ist und auf Augenhöhe mit den Förderungen in den europäischen Nachbarländern.“
Prag rolle internationalen Produzenten seit Jahren den roten Teppich aus. „Wer in Tschechien Fernsehformate dreht, bekommt bis zu 20 Prozent der Herstellungskosten erstattet.“ Das habe der tschechischen Branche einen Boom beschert, tausende von Jobs geschaffen.“ Deutschland habe einen klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber Tschechien oder Großbritannien, sagt auch Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin für Filmförderung beim Medienboard.
Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM), sieht die großen Online-Anbieter wie Netflix im Fokus, wenn die Ausweitung der Filmförderung zur Stärkung des Produktionsstandortes auch auf Serien und TV in Deutschland gefordert werde. „Die Filmförderung der BKM, die wirtschaftliche und kulturelle Förderziele gleichermaßen im Fokus hat, muss weitere Faktoren berücksichtigen“, so eine BKM-Sprecherin.
Hierzu zähle auch, dass sich Netflix weigert, eine Filmabgabe nach dem Filmförderungsgesetz zu zahlen. Alleine die Vorteile einer rein wirtschaftlichen Filmförderung in Anspruch nehmen zu wollen, sich den solidarischen Mechanismen weiterer Säulen der Filmförderung in Deutschland aber zu verweigern, entspreche nicht dem Förderansatz der BKM.
„Der gleiche Himmel“ läuft übrigens nicht nur im ZDF, sondern auch bei Netflix. In die deutsche Förderung einzahlen möchte der globale Streamingdienst aber nicht. Nico Hofmann wird sich beim Thema Serienförderung in naher Zukunft wohl kaum entspannter geben können. Gedreht wurde die Ufa-Serie in den Barrandov Filmstudios. Der 1970er „Ku’damm“ steht nicht in Berlin/Babelsberg, sondern in einer Prager Fußgängerzone.
16.03.2017, 00:42
Tim Seyfi über seine Rolle in „Kommissar Pascha“
Osnabrück.
Der neue „Kommissar Pascha“ (Das Erste, 20.15) ist ein bayerischer Türke. Im Gespräch verrät Hauptdarsteller Tim Seyfi das Geheimnis seiner Vielseitigkeit.
Kommissar Zeki Demirbilek ( Tim Seyfi ) ist Chef der kleinen Münchener Unterabteilung „Migra“. Dort ermitteln „die Spezialisten für alles Tote, was nicht hiesig ist“, wie es der etwas dumpfe Kollege Pius Leipold (Michael A. Grimm) formuliert. Der erste Fall um eine Leiche in der Isar leitet Zeki, Spitzname „Kommissar Pascha“, zu einem türkischen Geschäftsmann, der in Deutschland mit einer Döner-Kette ein Vermögen gemacht hat. Parallel dazu führt die erste Episode des neuen „ Donnerstagskrimis „ im Ersten in die multikulturelle Welt des Kommissars, seiner (neuen) Mitarbeiter und seines nicht ganz unkomplizierten Familienlebens.
Der international gefragte und sehr vielseitige Schauspieler Seyfi spielt hier eine Figur, die kulturell nicht zwischen, sondern auf mehreren Stühlen sitzt. Klingt das nicht auch ein wenig nach der eigenen Biografie? „Das klingt sehr stark nach meiner Biografie, weil ich von Anbeginn meines Lebens beide Kulturen erleben durfte, mich zwischen beiden Welten elegant hin- und herbewegen konnte“, bestätigt Seyfi im Gespräch mit unserer Redaktion. Und schiebt lachend nach: „Gute Besetzung!“
Der Kommissar Zeki Demirbilek in der TV-Serie isst Schweinefleisch, trinkt Obstler zum Raki, erscheint nicht sehr religiös, aber betet bei jedem Anblick einer neuen Leiche. Wirkt das dann nicht doch ein wenig übertrieben?
Türkische Gemeinschaft ist viel heterogener
Nein“, widerspricht Seyfi sofort und vehement. „Das ist etwas, das ich aus der türkischen Kultur gut kenne, dass Menschen Teile ihrer Traditionen, die sie von ihren Eltern übernommen haben, pflegen, wobei das eine aber das andere nicht ausschließt. Das ist nicht mehr wie bei der ersten Generation, wo man sehr streng war und nur nach einer Regel gelebt hat.“ Man habe durch die verschiedenen Kulturen zwei Lebensarten. Die türkische Gemeinschaft sei viel heterogener, als man sich das manchmal vorstelle .
Seyfi ist nicht nur als Schauspieler äußerst vielseitig und talentiert, sondern auch sprachlich. Er hat Simultanübersetzung studiert, spricht fünf Sprachen, hat sogar bereits in mindestens zehn verschiedenen Sprachen vor der Kamera gestanden. Eine Herausforderung, die für ihn alles andere als eine Belastung darstellt. „Es macht mir immer eine Freude, wenn ich eine Sprache, die ich gar nicht kann, in einem Film sprechen muss“, verrät er. „Ganz gleich, ob es arabisch oder serbisch ist, russisch oder tschetschenisch. Wenn ich die Sprache spreche oder mir einen Akzent aneigne, dann ist das ja schon ein Teil des Spiels. Das merkt man bei der Mimik, beim Sound.“
„Ich interpretiere“
Und wie wird man nun vom Dolmetscher zum international gefragten Schauspieler? Darauf hat Seyfi eine denkbar einfache wie einleuchtende Antwort parat: „Das Dolmetschen kommt mir ja sogar zugute, da ich in den letzten Jahren sehr viel im Ausland gedreht habe, vor allem in Frankreich. Im Englischen und Französischen gibt es ja für Übersetzer und Schauspieler das gleiche Wort: Interpreter. Und das mache ich ja auch. Ich interpretiere. Im Grunde genommen habe ich ja gar nicht den Beruf gewechselt.“
In Frankreich stand Seyfi unter anderem bereits für die Serie „Braquo“ in einer tragenden Rolle vor der Kamera. Auch in der internationalen Produktion „ Berlin Station “ ist er zu sehen. Und im April startet der Kinofilm „Es war einmal in Deutschland...“, in dem er an der Seite von Moritz Bleibtreu und Antje Traue spielt. Aber jetzt laufen zunächst einmal die ersten beiden Fälle der neuen „Kommissar Pascha“-Reihe nach den Romanvorlagen von Seyfis bayerischem Landsmann Su Turhan im Fernsehen.
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