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BeitragVerfasst: 31.01.2008, 12:34 
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Severus Snapes Vampirfrau & Josef Kostans PR-Manager
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Tina hat geschrieben:
Du hast die Szenen wunderbar beschrieben, Doris! Und ja, auch ich finde, dass die Wortduelle zwischen dem Richter des Königs (Matthew) und dem Ex Priester mit die absoluten Highlights des Films sind.


Besser könnt ichs auch nicht sagen. Wunderbar Doris!

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Verfasst: 31.01.2008, 12:34 


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BeitragVerfasst: 31.01.2008, 13:03 
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Matthews spezielle Weinhändlerin
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Ich habe bei ihrem Zusammenspiel eine Gänsehaut nach der anderen bekommen und andauernd geschluckt und ganz verkrampft vor Spannung vorm Bildschirm gesessen. Ganz große Schauspielkunst war da zu erleben!

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Beten kann Berge bewegen, die uns hindern nach vorne zu sehn. Beten kann Berge bewegen und uns helfen weiterzugehen.
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BeitragVerfasst: 31.01.2008, 15:28 
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Paul's love therapist

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ein paar Dinge sind mir jetzt klar geworden,die ich mit meinem dürftigen English nicht ganz verstanden/nur geahnt habe...muß mir den Film unbedingt mal wieder anschauen....ich mag MM in diesem Schmuddel-look. :D

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BeitragVerfasst: 31.01.2008, 15:43 
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Mill overseer & MM ambassador
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marina hat geschrieben:
...ich mag MM in diesem Schmuddel-look. :D


:sabber: :ja: :sabber: :ja: :schnapp:

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BeitragVerfasst: 31.01.2008, 15:54 
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Matthews spezielle Weinhändlerin
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Dann dürftest du ihn als Hareton geradezu unwiederstehlich finden!

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BeitragVerfasst: 31.01.2008, 22:06 
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Paul's love therapist

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ja genau !!! :ohnmacht: :ohnmacht: :ohnmacht: :ohnmacht: :ohnmacht:

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BeitragVerfasst: 31.01.2008, 22:17 
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Lovelace's dearest creature
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Schönes Kapitel, Doris! :ja:

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BeitragVerfasst: 01.02.2008, 09:10 
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Matthews spezielle Weinhändlerin
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Es schockt mich immer wieder aufs Neue, was sich die "feinen" Herren alles rausnehmen konnten und die arme Bevölkerung konnte nichts tun. Ich frage mich nur, wo du geringfügig die Handlung verändert hast??? Ich habe zwar einen vagen Verdacht, aber irgendwie glaube ich da eher, dass ich da zu pingelig bin. :wink:

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BeitragVerfasst: 01.02.2008, 09:14 
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Mill overseer & MM ambassador
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Tina hat geschrieben:
Ich frage mich nur, wo du geringfügig die Handlung verändert hast??? Ich habe zwar einen vagen Verdacht, aber irgendwie glaube ich da eher, dass ich da zu pingelig bin. :wink:


Würde mich mal interessieren, ob du richtig liegst.

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BeitragVerfasst: 01.02.2008, 09:52 
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Matthews spezielle Weinhändlerin
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Glaube ich eher nicht, dass ich richtig liege.
Die Schauspieler werden von dir in der story so beschrieben, dass es sich anhört, als würden sie gemeinsam beschließen, zurückzukehren. Und nicht, dass erst der ehemalige Priester alleine zurückkehrt, danach das neue Oberhaupt der Schauspieler und wiederum anschließend auch der Rest der Truppe. Zwischen den einzelnen Rückkehren geschieht ja vor Ort wieder einiges an Handlung.
Das alles fällt in der von dir zusammengefassten Handlung weg (aber ist für den Verlauf der Geschichte nicht wirklich störend, genau wie du es auch gesagt hast) und wäre in der Tat eine geringfügige Änderung. Aber wie gesagt denke ich, dass ich hier zu pingelig bin und du etwas ganz anderes meinen könntest.

Und, habe ich Recht mit meiner Einschätzung, dass du etwas anderes meinst?

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BeitragVerfasst: 07.02.2008, 11:01 
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Mill overseer & MM ambassador
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Gehe nur kurz auf Tinas Beitrag ein, bevor das neue Kapitel kommt: Das ist nicht die Änderung, die ich vorgenommen habe. Aber es ist richtig, dass ich nicht genauer auf die Umstände der Abreise der Theaterleute eingegangen bin.

Aber wir kommen heute sowieso wieder zu dem völlig frei erfundenen Teil der ganzen Sache, verlassen also die Filmhandlung komplett. Deswegen gibt es auch keine Bilder mehr.

Zu den historischen Fakten gibt es heute wenig beizutragen, was auch vielleicht ganz gut ist, da euch sicher wegen anderer Dinge der Schreck in die Glieder gefahren sein dürfte. Die Überschrift sagt schon einiges! Den namentlich erwähnten Erzbischof von Canterbury gab es aber wirklich unter der Regentschaft von Richard II. So dann - fröhliches Lesen allerseits!


Personen in diesem Kapitel:

Edmund of Chiswell - junger Rechtsgelehrter und Richter der Krone
Daniel Straaten - dessen Gehilfe
Magdalyn Hobbles - eine junge Frau und Waise, Geliebte von Chiswell
Suzy Archer - eine ältere Frau aus dem Volk, Magdalyns Ersatzmutter
Martin Gillespie - Schneidermeister
König Richard II - selbstredend
Königin Anne - Gemahlin von König Richard II
Katherine d'Angier - Hofdame der Königin
William Courtenay - Erzbischof von Canterbury

Ort und Zeit: London, in der Nähe der Themse, Palast von Westminster, Westminster Abbey sowie Palast von Baynard, ca. 1391


10. Die Vermählung

Die Rückreise zog sich. Das Wetter war teilweise so schlecht, dass man beinahe doppelt so lange wie üblich für den Weg nach London brauchte. Die Theatergruppe hatte sich nach eigenem Bekunden in die andere Richtung, nach Durham, aufgemacht. Man war in Frieden, aber nicht unbedingt in großer Freundschaft nach der Bestattung von Nicholas de Valence auseinander gegangen.

Katherine d’Angier lag oft im Bett. Die Königin musste mehr und mehr auf ihre Dienste verzichten, die Schwangerschaft schien Lady d’Angier arg zu schaffen zu machen. Erst war ihr wahnsinnig oft übel, sie fühlte sich fast ständig schlecht und dann, als ihr wachsender Umfang langsam ersichtlich wurde, wurde sie sehr launisch, patzig und für alle in ihrer Nähe schier unerträglich.

König Richard scherzte eines Nachts, als er und Anne mal wieder einen Versuch gestartet hatten, ebenfalls zu Nachwuchs zu kommen: „Wir sollten uns das noch einmal reiflich überlegen, Liebste. Wenn du dann auch so übel gelaunt bist wie deine Hofdame, scheint mir eine Schwangerschaft eine wahre Herausforderung für alle Beteiligten zu sein.“
Anne kicherte: „Nun, Sire, für derlei Überlegungen ist es nun vielleicht schon zu spät.“ Der König zog seine Gemahlin lächelnd erneut in seine Arme.

Bei Magdalyn waren fast gar keine größeren Beschwerden mehr aufgetreten. Sie übergab sich manchmal morgens, aber den Rest des Tages fühlte sie sich ziemlich gut. Sie unterrichtete auch weiter und es machte ihr Spaß.
Jeder Tag brachte sie näher an ein Wiedersehen mit Lord Chiswell. Sie betete für seine gesunde Wiederkehr.

Es war so kalt inzwischen, dass man die Kinder in der Stube halten musste, auch während der kurzen Pausen. Das passte ihnen gar nicht und sie tobten oftmals wild herum. Sie spielten Fangen und rannten quer durch den Raum. Ein Mädchen stolperte über die Truhe mit Lord Chiswells Dokumenten. Diese fiel um, der Deckel sprang auf und eine Papierrolle kam heraus gekullert.

Madgalyn hob die Rolle auf und sah, dass ein beeindruckendes Siegel darauf prangte. Das machte sie neugierig. Sie wusste, es gehörte sich nicht, in den Papieren von Edmund zu lesen, aber sie tat es trotzdem. Langsam brachte sie die geschraubten Sätze zustande und erfasste endlich, was darin geschrieben stand.

Sie schickte die Kinder etwas früher nach Hause und ließ ihren Tränen freien Lauf. Der König drohte Edmund of Chiswell mit dem Tower, falls er nicht nach seiner Rückkehr die Hofdame der Königin ehelichte, eine gewisse Katherine d’Angier, die er anscheinend bereits körperlich beglückt hatte und bei der er nun natürlich in der Pflicht stand.

Sie packte ihr Bündel, ohne auf das Flehen von Suzy Archer zu achten. Sie blieb standhaft und wollte einfach nur weg. Einem der Mädchen sagte sie, der Unterricht würde für unbestimmte Zeit ausfallen. Sie müsse verreisen. Dann machte sie sich auf den Weg in das Kloster Barking Abbey, nordöstlich von London. Suzy kannte durch das Badehaus Leute, die gut von dem Kloster gesprochen hatten. Es war das Einzige, was sie der aufgelösten Magdalyn noch Gutes tun konnte.

Suzy Archer saß bei Martin Gillespie in der Stube, als sie die Stimme von Lord Chiswell auf der Straße hörte: „Oh nein, er ist wieder da! Er wird Magdalyn sehen wollen. Was sagen wir ihm nur?“
„Dass sie weg ist. Und dass wir nicht wissen, wo sie ist. Kein Wort von dem Kind, ich beschwöre dich, Suzy!“
„Aber…“
„Kein aber. Er wird die Hofdame heiraten und gut. Hörst du, Suzy?“
Die Frau nickte mit Tränen in den Augen.

„Waaas?“ Lord Chiswell waren die Strapazen der Reise deutlich anzusehen, aber dennoch wirkte er sehr bedrohlich in seiner Rage.
„Es ist wahr. Sie ist weg. Wir wissen nicht, wohin sie gegangen ist. Sie hat das Schreiben des Königs zufällig gefunden, eines der Kinder war über die Truhe gestolpert und ein Teil der Papiere war heraus gefallen. Es tut mir sehr Leid für Euch. Aber Ihr habt ja nun bald eine Ehefrau.“ Martin Gillespie fiel es nicht leicht, dem Mann dies alles ins Gesicht sagen zu müssen.

Edmund of Chiswell drehte sich abrupt um und ging ohne ein weiteres Wort. Verflucht, verflucht, verflucht! Das war ja gründlich schief gelaufen. Magdalyn über alle Berge und er hatte die Häscher des Königs im Nacken. Bravo Edmund, das hast du prima hingekriegt! Er ritt sofort weiter zum Palast von Westminster. Dort ließ er sich für eine Audienz beim König anmelden. Er wusste, es konnte, ohne vorangemeldet oder geladen zu sein, den ganzen Tag dauern bis er vorgelassen wurde.

Doch als der König hörte wer da um Audienz ersuchte, unterbrach er sofort die Gespräche in denen er sich gerade befunden hatte. Er ließ Lord Chiswell in einen separaten Raum führen und eilte, so schnell es seine Geschäfte erlaubten, zu ihm:
„Was bin ich froh, Euch zu sehen, Chiswell! Die Kunde von de Guises schändlichem Verrat und, noch schlimmer, seinen schändlichen Taten ist Euch bereits vorausgeeilt. Ihr seid lange weg gewesen. Beschwerliche Reise gehabt?“
„Ja, Sire, die Rückreise ganz besonders.“

„Und sonst? Was habt Ihr mir noch zu sagen?“
„Ich bitte um eine Unterredung mit Lady Katherine d’Angier und hoffe, sie ist derzeit hier in Westminster.“
„Sie ist, sie ist. Für wann darf ich die Hochzeitsfeierlichkeiten einplanen? Denn ich mache Euch mit Freuden den Trauzeugen, wenn Ihr mich für dieses vertrauensvolle Amt akzeptiert.“
„Ich fühle mich überaus geehrt. Welchen Termin schlagt Ihr vor, Sire?“
„Nun, ich würde sagen, gleich morgen. Es ist auch besser, nicht mehr allzu viel Zeit zu verlieren, da Eure Braut ja bereits in anderen Umständen ist.“
Edmund of Chiswell war, als würde man ihm den Teppich unter den Füßen wegziehen. Katherine erwartete ein Kind! Sein Kind! Die Vorstellung machte ihn lächeln, obwohl er ansonsten mit keinem sehr guten Gefühl in diese Ehe ging. Aber dies war ein richtiger Lichtblick.

Er war nervös. Wie würde sie aussehen? Sah man ihr schon an, dass sie schwanger war? Gespannt wartete er darauf, dass die Tür sich öffnen und Katherine eintreten würde. Dann war es soweit. Sie hatte ein gelbliches Gewand an und ihr leicht gewölbter Bauch war bereits zu sehen. Sie lächelte zart und wirkte mit ihren dunklen Zöpfen, die sie dieses Mal nicht unter einer Rise verborgen hatte, fast wie eine Madonna auf ihn.

In diesem Moment hatte die Ehe mit ihr an Schrecken verloren. Er wollte das Beste daraus machen. Mit einem liebevollen Ausdruck auf dem Gesicht kam er auf sie zu und warf sich kurz vor ihr auf die Knie: „Mylady, ich bitte um Eure Hand zum Bund fürs Leben. Ich bin mir der Verpflichtung Euch und dem ungeborenen Kind gegenüber wohl bewusst. Allerdings möchte ich noch hinzufügen, dass es durchaus mehr als das ist. Ich denke, ich liebe Euch und unser Kind und hoffe, Ihr glaubt mir das.“
Katherine d’Angier reichte ihm ihre Hand, die er ergriff und küsste.
Sie antwortete: „Ich freue mich, dass Euch Euer Weg gleich hierher, zu mir geführt hat. Ich bin gerne bereit, Eure Gemahlin zu werden.“

Nun stand er auf, nahm sie in den Arm und küsste sie. Doch eine leidenschaftlichere Attacke wehrte sie schnell ab, vor allem, als er dabei seine Hand über ihren Bauch wandern lassen wollte: „Nicht, Mylord. Nicht hier und heute.“
„Ich kann mich erinnern, dass Ihr nicht immer so zimperlich gewesen seid.“
„Mylord, ich trage Euer Kind. Da bitte ich um etwas Rücksichtnahme Eurerseits.“
„Natürlich. Geht es Euch denn soweit gut?“
„Leider nein, ich bin seit der Schwangerschaft sehr leidend.“
„Unschön. Aber vielleicht legt es sich ja noch.“
„Vielleicht. Wann soll die Hochzeit sein?“
„Der König hat alles für morgen vorbereitet. Wird das für Euch möglich sein?“
„Ich denke schon. Es überrascht mich nicht, dass es nun so schnell geht. Ich sehe Euch dann morgen, Mylord.“
„Ein Abschiedskuss?“

Sie beugte sich vor und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange. Edmund war ein wenig enttäuscht. Aber sobald er sie im Ehebett haben würde, würde die Sache auf alle Fälle wieder anders werden. Er schmunzelte, als er sich an den Tag erinnerte, an welchem er sein Kind gezeugt hatte. Im Stehen, an der Wand einer Kammer hier in Westminster.

Die Trauung vollzog niemand Geringer als der Erzbischof von Canterbury persönlich, William Courtenay, in der Abteikirche von Westminster in Anwesenheit des Königspaares.

Daniel Straaten betrachtete die kurze Zeremonie von seinem Platz sehr weit hinten und schüttelte dann und wann den Kopf über seinen Lehrmeister. Er hatte sich schnell einfangen lassen und war nun ein verheirateter Mann. Vergessen war Madgalyn Hobbles, vergessen waren die Abenteuer auf Reisen, vergessen war das erst kürzlich im Norden Erlebte. Lord Chiswell würde ein bequemes, höfisches Leben leben, viele Kinder zeugen und über kurz oder lang in die Breite gehen und Fett ansetzen. Was wollte er, Daniel, also noch hier? Für ihn würde es Zeit, sich nach neuen Wegen, anderen Zielen umzusehen. Bedauerlich, aber nicht zu ändern. Nun ja, ein wenig würde er noch hier bleiben können. Spätestens wenn Lord und Lady Chiswells erstes Kind das Licht der Welt erblickt hatte, würde er dann gehen.

Der König hatte den Frischvermählten den Palast von Baynard als Hochzeitsgeschenk überlassen, in welchem sie sich auf unbestimmte Zeit niederlassen und einrichten durften.
Daniel Straaten staunte nicht schlecht. Er hatte ein Zimmer für sich allein, völlig ungewohnt. Zwar war es zugig und feucht, da die ehemalige Festung von William dem Ersten direkt am Fluss, eigentlich an zwei Flüssen, Fleet und Themse, lag. Aber es war wesentlich mehr, als er gewohnt war.

In Vorfreude trat Edmund auf das große Bett zu, in welchem bereits seine Frau lag. Er kroch rasch zu ihr und drückte ihr einen Kuss auf die Lippen. Sie drehte den Kopf weg: „Es tut mir sehr Leid, Mylord, aber mir geht es sehr schlecht heute Abend. Bitte, richtet Euch eine Schlafgelegenheit woanders, ich brauche viel Ruhe. Denkt an meinen Zustand und das Kind, ich bitte Euch. Die ganze Hochzeit war vielleicht doch ein bisschen viel. Ich bin sicher, dass ich mich morgen wieder besser fühle. Gute Nacht!“

Edmund zeigte ihr seine Enttäuschung nicht. Erst als er auf den Korridor hinausgetreten war, ließ er seiner schlechten Laune freien Lauf und hieb mit der geballten Faust gegen die dicke Steinmauer. Er war seit vielen Wochen enthaltsam gewesen, weit weg von… Magdalyn und London. Komisch, dass er ausgerechnet in seiner Hochzeitsnacht an sie dachte.
Er schob es auf die Aufruhr in seinem Körper, er hatte sich auf ein Stelldichein mit seiner frisch angetrauten Gemahlin gefreut und nun das. Er kniff die Lippen zusammen und warf sich in das erstbeste Bett, das er beim Inspizieren der anderen Räume gefunden hatte. Das Eheleben hatte er sich anders vorgestellt. Es bedurfte da in der Tat einiger Verbesserungen!

Die Ehe wurde auch am nächsten Tag und in der Woche danach nicht vollzogen. Lady Chiswell hatte ständig Ausreden parat, sie ließ ihren Gemahl sie nicht einmal in komplett angezogenem Zustand anfassen. Ihr Bauch wurde immer unförmiger, manchmal hatte Edmund den Eindruck, dass sie von einem auf den anderen Tag plötzlich ungewöhnlich stark an Umfang zugelegt hatte.

Er hatte nach einigen Wochen resigniert. Diese Ehe war nicht das, was er sich bei ihrer ersten stürmischen Begegnung, als das Kind gezeugt wurde, erhofft hatte. Lady Chiswell kam ihrer Verpflichtung als Ehefrau nicht nach. Da sie aber sein Kind austrug und gebären würde, schwieg er und ertrug es still leidend.
Er stürzte sich mit Daniel Straaten stattdessen in eine Menge Arbeit, oft saßen sie Tag und Nacht über den Akten.

Das ersetzte nur einen Teil seiner Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Liebe, nach Körperlichkeit. Wie schade, dass Magdalyn damals weggelaufen war. Er hätte nun zu ihr gehen können, um wenigstens seinem Körper ein wenig Erleichterung zu gönnen. Aber – er wusste, sie hätte ihn nicht genommen. Er war jetzt verheiratet und deswegen war Magdalyn auch weg.
Sie war keine Hure, das wusste er heute. Sie war eine hochmoralische Frau und sie wäre es wert gewesen, Lady Chiswell zu werden. Fast stiegen ihm die Tränen in die Augen bei den Erinnerungen an die Zeit mit ihr.



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BeitragVerfasst: 07.02.2008, 12:51 
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Matthews spezielle Weinhändlerin
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BeitragVerfasst: 07.02.2008, 12:54 
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Tina hat geschrieben:
Selber Schuld! Mit ihm habe ich kein Mitleid. Aber mit Magdalyn!


Aber Tina! Der arme Edmund-MM! :flenn:

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BeitragVerfasst: 07.02.2008, 13:18 
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Paul's love therapist

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Männer !!!...g´schieht ihm grad recht...
aber irgendwie kann er einem auch leid tun, weil er so ausgetrickst wurde.
bin gespannt, wie die das deichselt, wenn´s an die Geburt geht.

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BeitragVerfasst: 07.02.2008, 13:21 
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Matthews spezielle Weinhändlerin
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Registriert: 15.04.2007, 23:48
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Irgendwie tut er mir auch leid, aber wenn ich sehe, wie er sich seine Ehe schönredet und meint, seine Ehefrau lieben zu können! Der Kerl weiß doch gar nicht, was Liebe ist!!! Und erst, wo ihn seine Gattin nicht beglückt (aus welchen Gründen auch immer), denkt er an Magdalyn!

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