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BeitragVerfasst: 25.01.2008, 09:30 
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Mill overseer & MM ambassador
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marina hat geschrieben:
...obwohl ich bei dem Anblick irgendwie den Drang spüre , mit ihm in die Wanne zu steigen und... :evilgrin:



Dieser Drang kommt mir ganz furchtbar bekannt vor... :pfeif: :bindafür:

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Verfasst: 25.01.2008, 09:30 


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BeitragVerfasst: 25.01.2008, 09:44 
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Matthews spezielle Weinhändlerin
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Aus welchem Jahr ist nochmal diese Verfilmung?

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BeitragVerfasst: 25.01.2008, 10:07 
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Mill overseer & MM ambassador
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Tina hat geschrieben:
Aus welchem Jahr ist nochmal diese Verfilmung?


Gedreht 2003, in den meisten Ländern herausgekommen 2004!

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BeitragVerfasst: 25.01.2008, 10:11 
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Matthews spezielle Weinhändlerin
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Ich möchte mir jetzt auch endlich die DVD zulegen. Am liebsten natürlich als UK Import!

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BeitragVerfasst: 25.01.2008, 10:19 
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Tina hat geschrieben:
Ich möchte mir jetzt auch endlich die DVD zulegen. Am liebsten natürlich als UK Import!


Warum das denn? Unsere deutsche DVD Box von Capelight (!!!) ist hervorragend! Und wir haben sogar mehr Extras!

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BeitragVerfasst: 25.01.2008, 10:27 
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Mill overseer & Richards Schmusekätzchen
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Tina hat geschrieben:
Ich könnte mir vorstellen, dass die ach so unschuldige Hofdame von einem anderen Mann schwanger ist und nun ein "Ehemannopfer" sucht.



Vermutlich von einem, den sie (aus welchen Gründen auch immer) nicht heiraten kann...

Wieder sehr spannend, Doris! :daumen:

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BeitragVerfasst: 25.01.2008, 10:33 
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Irgendwie habe ich eine Schwäche für die Importe, mag sein dass das ein Fehler ist. Aber bei einigen DVD's aus Deutschland waren so immense Kürzungen (ganz schlimm ja bei North & South!!!), dass ich mir lieber die UK Importe zugelegt habe. Aber wenn du mir jetzt sagst, hier sei die deutsche DVD nicht schlecht, werde ich mir die dann doch zulegen.

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BeitragVerfasst: 25.01.2008, 10:42 
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Hier kann ich die deutsche Version uneingeschränkt empfehlen, Capelight leistet da sehr gute Arbeit, ich habe Damen aus USA, die sich die deutsche DVD-Box gekauft haben, weil die auch qualitativ hervorragend ist.

Nicht umsonst ist Capelight eingetragenes Mitglied dieses Boards hier! :wink:

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BeitragVerfasst: 25.01.2008, 11:16 
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Matthews spezielle Weinhändlerin
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Das hört sich super an!

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BeitragVerfasst: 27.01.2008, 17:56 
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Mal was anderes zwischendurch:

Es ist eine P&P Sequel speziell nachfolgend der Joe Wright Verfilmung herausgekommen, die als simple Fanfiction angefangen hat: "Two shall become one" von Sharon Lathan ist mittlerweile verlegt verfügbar und in Kürze wird auch ihr zweites Buch "The Darcy Saga" gedruckt auf den Markt kommen. Beide Werke sind reinsten FF-Ursprungs! :wink:

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BeitragVerfasst: 27.01.2008, 18:21 
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Mill overseer & Richards Schmusekätzchen
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doris-anglophil hat geschrieben:
Mal was anderes zwischendurch:

Es ist eine P&P Sequel speziell nachfolgend der Joe Wright Verfilmung herausgekommen, die als simple Fanfiction angefangen hat: "Two shall become one" von Sharon Lathan ist mittlerweile verlegt verfügbar und in Kürze wird auch ihr zweites Buch "The Darcy Saga" gedruckt auf den Markt kommen. Beide Werke sind reinsten FF-Ursprungs! :wink:


Klasse Leistung! :daumen:

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BeitragVerfasst: 27.01.2008, 20:15 
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Ich glaube "Two shall become one" ist mir schon mal untergekommen, zumindest der Anfang! Hat mir sehr gut gefallen und war eindeutig P&P05! :lol:

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BeitragVerfasst: 29.01.2008, 08:54 
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Matthews spezielle Weinhändlerin
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Doris, ich habe mir die deutsche Ausgabe von The Reckoning zugelegt. Du hast Recht, sie ist wirklich sehr gut! :dankeschön:

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BeitragVerfasst: 31.01.2008, 11:06 
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Das neue Kapitel für diese Woche!!!

Anmerkungen dazu: Wie gesagt, ich musste die Filmhandlung ein winziges bisschen an die Story anpassen. Aber es ist kaum der Rede wert.
Für heute habe ich die Filmdialoge größtenteils eins zu eins übernommen.
Der Original-Dialog zwischen MM und Paul Bettany ist allerdings noch ein Stückchen länger und meiner Meinung nach das Highlight des Films schlechthin.
Das Lazarus-Fest findet (bzw. fand) am 17. Dezember statt. Somit wissen wir auch in etwa nun, zu welcher Zeit des Winters die Geschichte im Norden spielt. Recht interessant ist die Tatsache, dass der Heilige Lazarus der Schutzpatron der Totengräber ist, speziell im Zusammenhang mit der Filmhandlung und diesem Kapitel.

Personen in diesem Kapitel:

Edmund of Chiswell - junger Rechtsgelehrter und Richter der Krone
Daniel Straaten - dessen Gehilfe
Lord Robert de Guise - normannischer Edelmann, befiehlt über den Landstrich im Norden
Thomas Wells - einer der ermordeten Jungen
Martha - eine taubstumme Frau
Nicholas de Valence - Mitglied einer Schauspieltruppe, eigentlich aber ein Priester auf der Flucht
Martin - Kopf der Schauspieltruppe
Simon Damian - Benediktiner-Mönch
sowie der Hauptmann von de Guises Truppen, Marthas Vater und der zuständige Ortsrichter

Ort und Zeit: Nord-Yorkshire, am 17. Dezember, ca. 1390


9. Das Fest

Von der Balustrade aus beobachteten Edmund of Chiswell und Daniel Straaten die Aufführung des neuen Stückes. Anfangs lief es nicht schlecht, die Leute zeigten wirkliches Interesse an dem Fall des Jungen. Doch die ganze Sache kippte plötzlich, als jemand aus dem Publikum den Spielern zurief, dass Thomas Wells nicht das erste Mordopfer im Dorf gewesen sei.

Von der Burg her musste schließlich ein Trupp Soldaten herab gestürmt kommen, um die aufgebrachte Menge und die Schauspieltruppe zu vertreiben. Benachrichtigt über den Aufruhr auf dem Marktplatz hatte sie in aller Eile Simon Damian, der Priester des Ortes. Die Schauspieler waren sehr überrascht über die Neuigkeit, dass außer dem armen Thomas bereits mehrere Kinder einen ebenso gewaltsamen Tod gestorben waren. Der Hauptmann der Soldaten gab der Spielschar den Befehl, dass sie das Dorf auf Geheiß von Lord de Guise bis zum Morgengrauen zu verlassen hätten.

Es war das Fest des Heiligen Lazarus. Ausgelassene Feiern wurden erwartet. Edmund sann darüber nach, wer die Helfer von Robert de Guise sein könnten. Die Soldaten? Die letzte Truppenverstärkung war erst nach dem Tod von Thomas eingetroffen. Dazu eine Menge befreundeter Lords. Es würde sicher auf der Burg am heutigen Festtag ein großes Bankett geben.
Aber ob sich Soldaten auf derlei Handel einlassen würden? Sehr fraglich. Lord Chiswell vermutete viel mehr die Mithilfe der Heiligen Mutter Kirche. Der Priester, ein Benediktiner-Mönch, war bei allen Mordprozessen als übereifrig und als größter Ankläger und Wortführer beschrieben worden.
Chiswell brauchte stichhaltige Beweise für die Schuld von de Guise. Aber woher sollte er diese bekommen? Und wozu hatte Lord de Guise so viele andere Lords und deren Söldner versammelt? Was hatte de Guise vor?

Während die Bevölkerung feierte und die Stimmung immer ausgelasssener wurde, alles in einem wahren Bacchanal zu enden schien, zogen sich Edmund of Chiswell und Daniel Straaten die Mäntel an und begaben sich ungesehen zum Gottesacker. Als sie unterhalb der Kirche um die Ecke bogen, stoppten beide abrupt ab. Am Grab von Thomas Wells machte sich bereits ein anderer zu schaffen und grub, teils mit bloßen Händen, die Leiche aus. Nicholas, einer der Schauspieler.

Bild

Edmund of Chiswell und sein Gehilfe erwischen Nicholas beim Ausgraben einer Leiche

„Grabschändung! Das ist ein schweres Verbrechen!“
Edmunds Stimme war nicht laut, aber sie klang über den nächtlichen Friedhof als würde sie aus einem Grab kommen. Nicholas erschrak zutiefst, blickte sich hastig um und sah den in schwarzes Leder gekleideten Mann und seinen Begleiter lässig an einer Ecke stehen. Beinahe wäre ihm das Herz stehen geblieben. Er hatte den Mann schon gesehen, er hatte beide Male von oben der Theateraufführung zugeschaut. Stumm und ohne jegliche Regung. Wer war er?

Daniel hatte vorsichtshalber sein Schwert gezogen, um notfalls seinen Herrn verteidigen zu können, doch dieser machte eine Geste in seine Richtung und gab klare Anweisung: „Hilf ihm!“
Daniel steckte sein Schwert in die leicht gefrorene Erde und wandte sich dem Grab zu. „Das ist kein Kind, das ist ein erwachsener Mann, mein Herr!“, stellte er nach einem kurzen Blick nach unten fest.
Nicholas erklärte ihnen, dass es das verstorbene Oberhaupt der Theatergruppe sei, den man der Einfachheit halber in das frische Grab von Thomas mit dazu gelegt habe.

Lord Chiswell hob fragend seine Augenbraue: „Und wer hat ihm die Messe gelesen?“
„Ich“, antwortete Nicholas angstvoll.
Die Augenbraue Chiswells schien noch ein gutes Stück höher zu steigen: „Ein Priester als Schauspieler, sieh an. Grab’ ihn aus!“

Einige Minute später hatten Daniel Straaten und Nicholas gemeinsam den einbandagierten Leichnam des Jungen geborgen.
„Weiter“, befahl Lord Chiswell, „wickelt ihn aus. Deswegen bist du doch wohl hergekommen. Um zu sehen, was seine Mutter nicht hatte sehen sollen.“
Nicholas blickte irritiert auf.
„Los, tu was der Richter des Königs dir sagt“, kam es von Daniel Straaten.
„Der Richter des Königs?“ Nicholas war nun völlig verwirrt. Das also war der geheimnisvolle, große schwarze Mann? Interessant.

„Nur zu, wickele ihn aus.“ Edmund of Chiswell bestätigte noch einmal seine Anweisung. Nicholas machte sich ans Werk.
„Zieh’ ihm das Hemd aus.“ Die Befehle vom Hohen Richter kamen leise, aber sehr bestimmt.
Nicholas öffnete die Schnüre an der Hemdbrust des Toten.
„Nichts“, Daniel Straaten sagte es mit einem Hauch von Enttäuschung in der Stimme, „nur am Hals die Druckstellen.“
Auch Lord Chiswell war erstaunt.

Einer plötzlichen Eingebung folgend, drehte Nicholas jedoch den Leichnam um und erstarrte fast vor Schreck. Lord Chiswell war kaum weniger überrascht, allerdings hatte er schon mit etwas Derartigem gerechnet.
„Bisswunden“, Nicholas fühlte Übelkeit in sich aufsteigen.
„Ja“, Edmund bestätigte dies.
Nicholas zog die Leichentücher weiter, über den Rücken des Jungen hinunter. Er weinte bitterlich, als die weiteren Misshandlungen offensichtlich wurden.
Ein geschändeter Körper!

Sogar Daniel Straaten war tief betroffen. Nur Edmund schien äußerlich die Ruhe selbst. Wie es in ihm innen aussah, ahnte keiner der beiden anderen Männer. Er bedeutete Daniel rasch, den Leichnam wieder ins Grab zurückzulegen. Sie hatten gesehen, was sie hatten sehen wollen.
De Guise ließ sich Knaben herbeischaffen, um sie dann mit offensichtlichem Vergnügen zu quälen, zu schänden und schließlich zu töten. Für Edmund war der Fall somit klar. Nur – was war mit der Heerschau, die de Guise hier derzeit veranstaltete?

Nicholas hingegen dachte daran, dass der Mönch, der Priester für den Tod der Jungen verantwortlich sein könnte.
Beim Zurücklegen der Leiche stellte Daniel Straaten fest, dass der Junge Anzeichen der Beulenpest aufwies.

Da er aber schon länger als drei Tage tot war, bestand keine Ansteckungsgefahr mehr. Trotzdem war Lord Chiswell ein paar Meter vom Grab zurückgewichen. Nicholas wickelte den Jungen wieder ein.
„Martha kann das nicht getan haben. Sie ist unschuldig nicht wahr?“
„Ich rate dir, verlasse sofort diesen Ort mit deiner Truppe“, antwortete Chiswell. „Sie werden Martha hängen und dich gleich mit dazu, wenn bekannt wird, was du hier getan und gesehen hast.“

Nicholas kam das alles sehr merkwürdig vor, sein Kopf drehte sich vor lauter Schwindel: „Was kümmert sich ein Richter des Königs überhaupt um einen toten Bauernburschen? Was geht hier eigentlich vor?“
Aber Chiswell und sein Gehilfe waren bereits weg.

Murrend, aber dem Befehl Lord de Guise und seines Hauptmannes folgend, hatten die Theaterleute noch in der Nacht ihren Karren gepackt und zogen gegen Morgen Richtung Durham davon.
Doch unterwegs wurde ihnen klar, dass sie den Vorfall um den Tod von Thomas Wells nicht so einfach hinnehmen konnten. Sie wollten die Wahrheit herausfinden.
Nicholas war vor allem die treibende Kraft, er bekniete Martin mit ihm in den Ort zurückzukehren. Auch in Martin regte sich schließlich der Gerechtigkeitssinn und er stimmte zu. Vor allem wollte man versuchen, Martha vor dem Galgen zu bewahren.

Lord Chiswell hatte gerade sein Gesicht in die Wasserschüssel getaucht, als die Tür sich mit lautem Krachen öffnete und Nicholas mit Martin hereingestürmt kam.
„Reicht es nicht, dass eine unschuldige Frau sterben muss? Muss ich auch noch sterben?“ Nicholas spielte darauf an, dass ihn Wachen von de Guise bei seinem Rückweg aus der Burg verfolgt hatten. Er hatte sie nur mit Hilfe von Martin abschütteln können.

Edmund trocknete sich sein Gesicht mit einem Tuch ab und wandte sich an ihn: „Es geht hier um mehr, als du je erfahren wirst.“
„Wie könnt ihr nur schlafen…“, Nicholas wurde durch das Eintreten von Straaten unterbrochen, der seinen Herrn bedroht sah und sofort Martin angriff. Doch Lord Chiswell schritt gleich ein: „Daniel, lass ihn los! Lass ihn los!“

Daniel Straaten und Martin hörten mit der Rangelei auf. Atemlos sprudelte Daniel hervor: „Der Mönch ist tot. Aufgehängt in seiner Kammer. Entleibt von eigener Hand.“
Edmund of Chiswell blickte alle anwesenden Männer der Reihe nach an. Dann machte er einen tiefen Atemzug, zog sich an und begab sich zu dem Gebäude, wo der Tote aufgebahrt war und ein Mann gerade dabei war, ihn zu waschen. Er legte dem Mann eine Münze hin und bedeutete ihm, sofort zu verschwinden. Dann sah er sich, dicht gefolgt von Martin und Nicholas, den toten Priester genauer an.

Edmund wollte wissen, warum Nicholas den Priester aufgesucht hatte. Nicholas sagte, er habe ihm ein Geständnis abringen wollen, ein Geständnis über die Morde an all den Knaben.
Lord Chiswell erhob seine Stimme, er wurde laut, brüllte die beiden Männer regelrecht an und teilte ihnen voller Unmut mit, dass man ganz sicher kein Geständnis des Mönches finden würde.
Martin blieb recht ruhig, er meinte, dass man doch den Selbstmord als eindeutiges Geständnis sehen müsse.

Chiswell entfuhr ein schwaches, höhnisches Lächeln: „Er hat sich nicht erhängt. Das kann man sehen, das Körpergewicht müsste das Seil an den Ohren hochgezogen haben. Er wurde erdrosselt.“
Es herrschte betretenes Schweigen. Dann erhob Chiswell erneut seine Stimme gegenüber Nicholas: „Wegen dir ist alles dahin. Es ist vorbei. Verschwinde, sonst hängen sie dich auch noch!“

Die Erkenntnis sickerte nur langsam durch in Nicholas. Dann folgte er dem Hohen Richter. Der wollte gerade von Straaten die Pferde holen lassen. Nicholas sprach ihn an: „Wie lange wisst Ihr es schon?“
„Schon eine Weile!“
„Und es gehört nicht zu Euren Aufgaben, de Guise das Handwerk zu legen?“
„Schon. Es sollen nicht noch mehr junge Burschen sterben. Aber, inzwischen geht es um ganz andere Dinge, wie ich kürzlich erst herausfand. De Guise plant mit seinen befreundeten Lords ganz offensichtlich einen Aufstand gegen König Richard. Sie sitzen gerade in der Burg zusammen und besprechen das Vorhaben. Das ist Hochverrat. Den Priester hätten wir dazu gebraucht, damit er gegen de Guise aussagen kann. Und nun siehst du, was du mit deiner Einmischung angerichtet hast!“

Bild

Der Hohe Richter und Nicholas de Valence liefern sich ein erbittertes Wortgefecht

„Ihr hättet es mir sagen müssen!“
„Einem Schauspieler?“
„Dann sagt es den Leuten!“
„Denkst du, die wüssten es nicht? Sie sind zu abhängig von de Guise, um aufzumucken. Sie halten still, erdulden es, um nicht in Ungnade zu fallen.“
Nicholas war still.

Der Abend der Exekution von Martha war da.
Eine Prozession kam aus dem Burgtor. Soldaten mit Fackeln, der Hauptmann der Wachen, schließlich der Armsünderkarren mit Martha, gezogen von einem alten Gaul.
Die Bevölkerung stand stumm am Wegesrand. Nicholas suchte zu dieser Zeit noch Zuspruch in der Kirche.
Der Ortsrichter las noch einmal das Urteil für Martha vor. Dann wurde ihr der Strick um den Hals gelegt. Die Leute waren stumm vor Schrecken. Fast niemand äußerte sich, allenfalls hörte man hier und da einen kurzen Ruf: „Gott steh’ ihr bei!“

Martin und die Theatertruppe schritten letztendlich ein. Martin selbst schnitt Martha vom Galgen. Der Hauptmann wurde von Marthas Vater, einem kräftigen Mann, der Gerber von Beruf war, festgehalten. Dann sprach Nicholas zu den Leuten, und sie begannen, ihnen die Wahrheit spontan, improvisiert, aber mit Nachdruck und Überzeugung vorzuspielen. Wie sich alles wirklich zugetragen hatte.

Ein Aufstand brach aus, als Nicholas zum ersten Mal laut über den ganzen Marktplatz den Namen dessen wagte auszusprechen, der sich an all den Buben so schändlich vergangen und sie letztendlich auf dem Gewissen hatte: „De Guise!“ Ein Ruf, der sich ganz schnell verhundertfachte.
Lord de Guise hörte den rasenden Mob bis oben auf der Burg. Er ließ Soldaten ausschwärmen.

Die Theaterleute retteten sich nach oben in die Kirche. Dort glaubten sie sich sicher vor dem Zugriff von de Guise. Die Truppen kamen auch nicht. Dafür standen sie plötzlich de Guise persönlich gegenüber.

Nicholas und er lieferten sich ein langes Wortgefecht. Von Normanne zu Normanne, wie de Guise spöttisch sagte, als sich ihm Nicholas mit seinem kompletten Namen vorstellte, Nicholas de Valence. Doch de Guise kannte kein Gebot und keine Gottesachtung mehr. Er war ein Irrer, das war nun klar und deutlich zu erkennen.

Es endete damit, dass ihm von de Guise ein Dolch in die Seite gestoßen wurde. Nicholas schaffte es noch, aufrecht aus dem Kirchenportal hinaus in die Winternacht zu treten, dann brach er zusammen.
Inzwischen waren auch Lord Chiswell und Daniel Straaten vor der Kirche angekommen.
Sie konnten nur noch hilflos mit ansehen, wie de Guise direkt an ihnen vorbei in die Nacht verschwand und Nicholas sein Leben in den Armen von Martin aushauchte.
„Sein Tod war nicht umsonst. König Richard soll erfahren, welch großen Dienst er ihm erwiesen hat.“ Lord Chiswell kam sich fast schäbig vor, als er diese Worte mühsam herauspresste.

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Lord de Guise passiert im Schein der Fackeln Lord Chiswell und Daniel Straaten

In der Zwischenzeit hatte die aufgebrachte Bevölkerung Lord de Guise am unteren Tor eingeholt. Er drohte ihnen, ohne Erfolg. Er bettelte und flehte, ohne Erfolg. Zum Schluss stand der obere Teil des Ortes mit der Burg in Flammen und de Guise hing tot in den Gitterstäben des Tores. Sie hatten ihn gelyncht.


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Zuletzt geändert von doris-anglophil am 31.01.2008, 12:09, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 31.01.2008, 11:56 
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Du hast die Szenen wunderbar beschrieben, Doris! Und ja, auch ich finde, dass die Wortduelle zwischen dem Richter des Königs (Matthew) und dem Ex Priester mit die absoluten Highlights des Films sind.

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