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 Betreff des Beitrags: Re: Criminal Justice
BeitragVerfasst: 09.10.2009, 20:47 
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JJ's left hand

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Ich habe eben die erste Folge Criminal Justice geguckt. Wirklich sehr, sehr, sehr, sehr bedrückend aber seeeehr gut! :bibber: Unglaublich intensiv gespielt von allen Schauspielern! :bibber: Richtig toll fand ich ja auch Denis Lawson. :doll:

So...dann starte ich jetzt mal mit Folge 2. :bibber:

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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: 09.10.2009, 20:47 


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 Betreff des Beitrags: Re: Criminal Justice
BeitragVerfasst: 09.10.2009, 20:52 
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Mill overseer & MM ambassador
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Julia hat geschrieben:
Richtig toll fand ich ja auch Denis Lawson. :doll:


Ja, und witzig ist, dass wir ihn demnächst bei "Enid" auch wiedersehen werden! :mrgreen: MM als deren erster Ehemann und DL als deren zweiter! Die Welt ist klein. :evilgrin:

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 Betreff des Beitrags: Re: Criminal Justice
BeitragVerfasst: 09.10.2009, 21:15 
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Favourite madam of John T.
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@Doris danke für das schöne YT-Video. Da sieht ja alles nach heile Welt aus, aber hinter der Fassade.........

Gestern Abend hat meine Multytenne schlapp gemacht und mir fehlt Teil 4 :gaah: :gaah: Bei uns hat es geschüttet, wie aus Kübeln. Werd mich dann auch mal an Julie wenden. Heut nehm ich nur auf - kuck aber nicht :( weil ich erst Teil 4 sehen will. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Criminal Justice
BeitragVerfasst: 09.10.2009, 21:28 
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Mill overseer & MM ambassador
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thornton hat geschrieben:
Gestern Abend hat meine Multytenne schlapp gemacht und mir fehlt Teil 4 :gaah: :gaah: Bei uns hat es geschüttet, wie aus Kübeln.


Es ist echt blöd, dass man damit so wetterabhängig ist. :augenroll:

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 Betreff des Beitrags: Re: Criminal Justice
BeitragVerfasst: 09.10.2009, 21:41 
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Favourite madam of John T.
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doris-anglophil hat geschrieben:
thornton hat geschrieben:
Gestern Abend hat meine Multytenne schlapp gemacht und mir fehlt Teil 4 :gaah: :gaah: Bei uns hat es geschüttet, wie aus Kübeln.


Es ist echt blöd, dass man damit so wetterabhängig ist. :augenroll:


Habe Julie schon ne PN geschickt. Hoffe nur, dass die MT nicht den ganzen Herbst schwächelt. Bisher konnten wir uns echt nicht beklagen. :hoff:

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 Betreff des Beitrags: Re: Criminal Justice
BeitragVerfasst: 10.10.2009, 01:06 
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So, nun ist alles soweit durch! Ich würde gerne was sagen, fürchte aber, es kommen nur wirre Assoziationen dabei heraus, die kein Mensch hier hören und lesen möchte... :roll: :roll: :roll: :evilgrin: :evilgrin: :evilgrin:

Der "Guardian" hat u.a. Folgendes dazu zu sagen:

Zitat:
Everyone's been excellent, but Sophie Okonedo, young Alice Sykes and Matthew Macfadyen, at the start before he got a kitchen knife in his abdomen, stand out in a cast that already shines.

Oh, and the fact that all the men were rubbish human beings, but you can't expect men to shine in a drama about domestic violence. And perhaps we are all rotten to the core.

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 Betreff des Beitrags: Re: Criminal Justice
BeitragVerfasst: 10.10.2009, 20:26 
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Mill overseer & MM ambassador
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Das nun Folgende setze ich komplett in Spoiler-Tags, aus wirklich guten Gründen! Es ist quasi die Quintessenz der ganzen Story und ich bitte, die Spoiler-Warnung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Spoiler: anzeigen
Gut, wir kommen nun zum Ü21-Bereich!
Es wäre von Vorteil, wenn man den Film bereits gesehen hätte, dies alles hier dient eigentlich nur dem besseren Verständnis (vor allem für jene mit weniger guten Englisch-Kenntnissen). Nur zu lesen ohne den Film zu kennen, führt womöglich zu völlig falschen Eindrücken!

Lubricant – Gleitmittel, im vorliegenden Fall Vaseline
Bugger – A****f****r, davon abgeleitet, sehr vulgär „to bugger“ (ohne Kommentar)
Rape – Vergewaltigung, im vorliegenden Fall anal, ohne weitere Gewalt auszuüben und z.T. ohne größere Gegenwehr des Partners. Dazu später mehr.

Es war ein Fünfteiler, der sehr fesselnd gemacht war und der sich überwiegend durch eine hervorragende Hauptdarstellerin auszeichnete. Dass auch die meisten Nebendarsteller unglaublich kraftvoll und überzeugend agierten und extrem gut besetzt waren, spricht desweiteren für dieses BBC-TV-Highlight.

Autor Peter Moffat und Regisseure Yann Demange/Marc Jobst verstanden es sehr gut, Spannungen aufzubauen und lange zu halten, den Zuschauer ins Rätseln und Grübeln zu bringen und ihn teils zu eigener detektivischer Arbeit anzuspornen.
Jedoch – die meisten Überlegungen waren völlig umsonst, insofern hätte man sich die Teile 2 bis 4 fast sparen können, da sie zur konkreten Aufklärung des Falls nichts beizutragen hatten. Diese mittleren Teile dienten – und daher dann natürlich deren Daseinsberechtigung – vor allem dazu, das britische Rechtssystem ein wenig zu durchleuchten (auch wenn dies teils ziemlich falsch dargestellt wurde, laut Aussagen von Leuten, die in diesem System arbeiten!) und den schrecklichen Weg der Täterin von der Verhaftung, U-Haft bis zum Prozess darzustellen.

Relevant für die Klärung und das Tatmotiv waren nur die Teile 1 und 5, daher beschränke ich mich überwiegend darauf bei der Zusammenfassung. Ich behandle diese Teile dabei auch als fließend, ineinander übergehend. Alles, was wenig zur Aufklärung der Story beiträgt (z.B. die Überwachung der Jungs am Kanal durch zivile Polizei) lasse ich weg. Es würde nur unnötig verwirren, da es kaum Relevanz hat.

Okay, geht los:

Wir begegnen einer sehr unsicheren, instabilen Juliet Miller, die den Eindruck eines verstörten und extrem labilen Menschen macht.
Wir begegnen einem sehr sicheren, selbstbewussten Joe Miller, der den Eindruck eines charismatischen und extrem erfolgreichen Menschen macht.
Während Juliet Miller zu Hause in der Dusche zitternd in sich zusammensackt, trainiert ihr Ehemann für den London-Marathon. Dass er dabei am Regents Canal auf einen Drogendealer triff, von dem offensichtlich etwas zugesteckt bekommt, macht uns zum ersten Mal leicht stutzig.
Zusätzlich hat Joe Miller Geld von seinem Gerichtsassistenten Saul bekommen, ein Mann, dem man sehr stark anmerkt, dass er seinen Barrister förmlich anbetet („You are a good man, Sir“). In ganz harmlosem Sinne (nur für den Fall, dass jemand in diese Worte mehr hinein interpretieren würde!) übrigens. Wir erfahren später, dass Saul der Patenonkel von Ella Miller, der Tochter von Joe und Juliet, ist.

Nachdem Joe mehrere Male erfolglos versucht hat, seine Frau telefonisch zu erreichen, spricht er nur kurz auf die Mailbox („I love you“).
Auf dem Nachhauseweg kauft er ihr einen Blumenstrauß, weiße Rosen. Toller Ehemann, denkt man da sofort.
Doch Juliet Miller steht die Panik in den Augen geschrieben, als sie bemerkt, dass sie die Anrufe ihres Mannes verpasst hat.
Man versteht ihre Nervosität nicht. Sie lebt ganz offensichtlich im Luxus, hat einen aufmerksamen Gatten… was also ist mit ihr los?
Bezüglich des luxuriösen Hauses, kubistisch-minimalistisch im strengsten Bauhaus-Stil eingerichtet, kann man natürlich feststellen, dass dies vielleicht nicht Jedermanns Geschmack sein muss, aber wem’s gefällt – why not?

Joe Miller kommt nach Hause, Juliet Miller bemerkt seine Ankunft und ist hektisch bemüht, das was sie auf dem Laptop nachgeschlagen hatte im Verlauf zu löschen.
Durch die weitläufigen verglasten Fronten kann Joe Miller sehen, dass seine Frau am Computer sitzt.
In Eile klappt sie diesen zu und lässt sich von ihrem Mann begrüßen, ein Küsschen auf ihre Wange von ihm, die Blumen.
Sie verhält sich kühl ihm gegenüber, als Zuschauer versteht man (frau) die Welt nicht mehr.

Dann kommen seine Fragen, vielleicht eine Berufskrankheit von ihm, kann ja sein. Wegen des PCs, wegen der Anrufe, wegen der Einkaufsliste, wegen ihrer Dusche, wegen ihrer anderen Kleidung (Er: „You changed since this morning“, Sie: „I wanted to look nice“, Er: „For the supermarket?“), die Fragen sind treffend, fast bohrend und lassen Juliet jedesmal kleiner werden und mehr in sich zusammensinken. Als sie im Bad ist, checkt er den PC und ihre Handtasche, stellt aber fest, dass sie offensichtlich ihre Medikamente (wohl ein Anti-Depressivum) genommen hat.

Es wird immer offensichtlicher, dass Joe die Aktivitäten seiner Frau genau kontrolliert. Und auch, dass sie Probleme, welcher Art auch immer hat. Was den Zuschauer jedoch sofort Joes inquisitorisches Gehabe vergessen lässt, ist die Tatsache, wie liebevoll, locker und wundervoll er mit seiner Tochter Ella umgeht. Wow, toller Mann und Vater!

Sicher hat er Anlass und Grund, seiner Frau gegenüber misstrauisch zu sein. Hat sie eventuell eine Affäre? Es scheint fast möglich. Joe steigt wieder in der Achtung des Zuschauers. Er kümmert sich um seine Frau, die einen Teller hat fallenlassen und sich in einer der Porzellanscherben geschnitten hat („You poor thing“).
Je weiter der Abend fortschreitet, desto kleinlauter und ängstlicher wird Juliet.
Möchte sie Joe wirklich nur aus Sorge um seine getrunkenen zwei Gläser Wein nicht die Freundin von Ella, Kate Rose, nach Hause fahren lassen?
Joe in seiner Akribie stellt nämlich anhand des detailliert geführten Kilometerstands des Autos fest, dass Juliet ganz offensichtlich auf dem Weg vom Supermarkt nach Hause bei den Roses vorbeigefahren sein muss.

Joe sagt seiner Tochter gute Nacht, erkundigt sich nach ihren Hausaufgaben, sehr fürsorglich. Doch es versursacht ein erstes leichtes Stirnrunzeln beim Zuschauer, dass er seiner Tochter nahelegt, sich „Pride & Prejudice“ als Hörbuch beim Einschlafen anzuhören, er besteht regelrecht darauf (zu den Assoziationen, das konkret dieser Hörbuchtitel auslöst, komme ich später).
Auf dem Weg aus dem Zimmer heraus setzt sich Joe nachdenklich auf die Treppe. Man hört ihn leise, mit fast brechender Stimme ein Kinderlied singen („Daddy’s going to buy you a mocking bird“). Er weint dabei.

Juliet Miller liegt bereits fest eingewickelt in die Decke im Bett, als im Halbdunkel ihr Mann hereinkommt (gut, ich sage nun NICHTS darüber, dass MM mit nacktem Oberkörper zu sehen ist, die Situation ist leider gar nicht besabberungswürdig). Man ahnt, dass dieser Abend kein gutes Ende nehmen wird.
Er kommt zu ihr ins Bett und rückt nahe an sie.
Sie hat ihm den Rücken zugedreht, doch er beugt sich ein wenig über sie und versucht sie zu küssen („My lovely girl“).
Juliet bittet mit weinerlicher Stimme: „Joe, I don’t want to…“
Der Zuschauer schreckt auf, denn da hat Joe Miller plötzlich jähzornig mit der Faust auf die Matratze geschlagen! Spätestens jetzt denkt jeder nicht mehr ganz so gut vom netten, attraktiven, zuvorkommenden Mr. Miller (der vielleicht berufsbedingt einen winzigen Kontrollzwang hat, dessen Frau vielleicht Anlass dazu gibt, zu solchen kontrollierenden Maßnahmen zu greifen?).

Er rollt sich mehr auf seine auf dem Bauch liegende Frau. Diese ist nicht mehr ganz so passiv nach seinem warnenden Schlag auf die Matratze und fummelt ein wenig an ihm herum. Ach, sie will also doch?
Doch sein Verständnis von Geschlechtsverkehr ist wohl ein etwas Unübliches… er scheint auf Analverkehr aus zu sein.
Juliet scheint sich in ihr Schicksal zu ergeben, zumindest wehrt sie sich nicht (mehr), weder mit Taten noch mit Worten.
Joe bemerkt jedoch, dass die Vaseline noch unten in seiner Aktentasche ist, da er den Tiegel benötigte, um Reibungen durch Schweiß beim Lauftraining zu vermeiden.
Er schickt mit leisen Worten („It’s downstairs“) Juliet nach unten. Diese schleicht in die edle, aber steril gehaltene Küche und holt das Gewünschte aus Joes Aktentasche. Dann aber zieht sie verschiedene Messer aus dem Messernblock auf der Anrichte, und nimmt eines der längeren Messer mit nach oben.

Als Juliet wieder im Schlafzimmer ankommt, liegt Joe auf dem Bauch und scheint zu schlafen. Sie setzt sich zittrig und nervös hin – was nun?
Nach einer quälenden Dauer der Ungewissheit murmelt er: „Are you coming to bed?“ und als sie nicht reagiert, deutlich barscher: „Come here!“
Man sieht Juliet ins Bett schlüpfen, das Messer unter dem Kopfkissen versteckend, die Vaseline bei Joe aufs Kissen legend.

Bei Ella ist inzwischen die CD abgelaufen und hat gestoppt.
Sie setzt die Kopfhörer ab und hört Geräusche. Offensichtlich neugierig kriecht sie aus dem Bett und geht die Treppe hinunter, bleibt vor der leicht geöffneten Schlafzimmertür der Eltern stehen.
Man sieht, dass Joe offensichtlich beim Geschlechtsakt ist, Juliet murmelt noch ein verzweifeltes „Sorry“, dann stöhnt Joe auf, wobei man durchaus denken könnte, es geschieht im Zuge seines Orgasmus‘.

Eine verstörte Juliet ruft noch im Schlafzimmer beim Notruf an, meldet die Adresse und dass was mit ihrem Mann passiert wäre.
Juliet verlässt das Zimmer, den Tiegel mit der Vaseline in der Hand. Ella ist konfus, Juliet reagiert nicht auf ihre Tochter, geht stumm weiter die Treppe hinunter.

Ella kommt in das Schlafzimmer und findet ihren Vater schwer blutend auf dem Bett vor, das Messer in der rechten Bauchhälfte (wohl in Nähe der Leber) fast bis zum Schaft drin steckend.
In ihrer totalen Panik zieht Ella das Messer aus dem schwer verwundeten Joe heraus, die Blutung ist nun nicht mehr zu stillen. Zum Glück treffen da auch schon die Polizei und die Notärzte ein.

Juliet Miller streift durch die Straßen, hat sich einen Mantel über das am Rücken total blutige Nachthemd gezogen. Sie wirft den Tiegel mit der Vaseline in einen Mülleimer. Dann geht sie in die Klinik und bricht dort angesichts ihres im Koma liegenden Mannes zusammen. Sie wird sofort in Polizeigewahrsam genommen.

Bei einem ersten Vernehmungsversuch versucht die völlig aufgelöste Juliet dem Polizisten begreiflich zu machen, dass sie ihr Nachthemd verkehrt herum anhätte und will es andersherum anziehen (so dass das Blut vorne wäre!).

PAUSE!

Ich springe nun fast direkt in Folge fünf und lasse die Auflösungen folgen (alle anderen Folgen kann ich dann anschließend noch einmal kurz anreißen, wenn gewünscht). Eines muss ich noch vorausschicken: In Episode zwei erfahren wir, dass keinerlei Gewalteinwirkungen bei Juliet vorliegen (gynäkologische Untersuchung) und dass sie schwanger ist. Außerdem wird sie des Mordes angeklagt, da Joe den Folgen der Messerattacke erlegen ist.

Okay, weiter geht’s:

Beim Mordprozess kann die Verteidigung von Juliet auf kaum etwas Greifbares aufbauen, da sie sich monatelang vehement geweigert hat, Klartext zu reden, nicht einmal der Umstand, dass sie ihr neugeborenes Baby vielleicht nicht wird behalten dürfen, kann sie zunächst zum Reden bewegen.

Juliets Anwältin bringt Juliet nach und nach dazu, zu erkennen, dass die Fehler in ihrer Ehe mit Joe nicht allein bei ihr lagen. Joe war ein dominanter Kontrollfreak, der die Unsicherheit und Depression seiner Frau schamlos ausgenutzt hat.
Juliet redet bei Prozessbeginn zum ersten Mal über das Haus, dass es ihr auf die Nerven gegangen wäre (alles in Glas, alles in Weiß, lautloses Rollen der Schubladen beim Auf- und Zumachen, alles perfekt, alles steril), sie schreit dann sogar: „I hated it!“
Sie hatte keinerlei Freiraum, sobald Joe zu Hause war, konnte er alles sehen, alles überwachen, was immer sie auch tat.

Doch erst während der Verhandlung, als die Anwälte von Juliet eher zufällig auf einer CCTV-Kamera sehen konnten, wie sie etwas in der Tatnacht in den Mülleimer geworfen hat (die Vaseline!) bricht es endlich aus Juliet heraus. Aus Angst vor der gesellschaftlichen Blamage hat sie so lange über die sexuellen Praktiken und Vorlieben ihres Mannes geschwiegen. Er war nur auf Analverkehr aus (sie schreit heraus „He buggered me!“), was sie nur widerwillig über sich hatte ergehen lassen, da es ihr eigentlich nur Schmerzen bereitet hatte.
Diese überraschende Aussage wirft das nächste Problem auf: Unmöglich kann da das im Gefängnis geborene Baby Joe Millers Kind sein!
Tatsächlich ist das Baby von Dr. Dominic Rose. Juliet erfuhr von ihrer Schwangerschaft am Tattag. Deswegen nahm sie ihre Medikamente auch nicht mehr, warf sie in den Mülleimer, machte Joe aber glauben, sie hätte das Zeug genommen. Deswegen hatte sie geduscht (nach der Untersuchung bei Dr. Rose), sich umgezogen.
Juliet Miller hatte den Arzt und Freund der Familie förmlich verführt, mit ihr zu schlafen, da Joe ihr nur Schmerzen beim Verkehr zufügte und sie vaginal nicht penetrierte. Sie wollte nun gerne mal wieder herkömmlichen Sex haben.

Alles was die Verteidigung sonst noch ins Feld hatte führen können, um Joe noch anderweitig bei Richter und Staatsanwalt in Misskredit zu bringen, war jedoch haltlos. Der Stopp beim Joggen bei den Drogendealern am Regents Canal erwies sich als harmlos, denn dieser hatte Joe Geld für dessen Wohltätigkeits-Lauf beim London Marathon (Gesellschaft für Prostata-Krebs) zugesteckt, 20 Pfund, um genau zu sein.
Ähnlich war die Sache mit den 600 Pfund von Saul gelagert, der Joe Miller das Geld ebenfalls bar gegeben hatte. Als Saul vor Gericht gefragt wird, warum dieser recht hohe Betrag, sagt er, dass er selbst unter dieser Krankheit leiden würde. Joe Miller, der öffentliche Wohltäter. Wie man so schön im Volksmund sagt: Vorne hui, hinten pfui, um es mal leicht verallgemeinernd darzustellen.

Auch Tochter Ella (13 Jahre!), die ihren Vater bis fast zum Schluss noch glorifizierte (größtenteils zu Recht, er war wirklich ein toller Dad, das muss selbst der am stärksten gegen Joe eingenommene Zuschauer zugeben), bricht dann zusammen, als sie mit ihrer eigenen Aussage („Roll over, Baby“, Joe kurz vor der Tat zu Juliet) erkennen muss, dass ihr Vater ihre Mutter sexuell missbraucht hat.
Das Nachthemd von Juliet aus der Tatnacht war natürlich richtig herum angezogen, sie hatte das Blut auf ihrem Rücken, da Joe sich anal an ihr vergangen hatte.
Jedoch – sie wird nicht wegen Mordes verurteilt! Denn sie hatte trotz umfangreicher Auswahl des Tatwerkzeuges ursprünglich nicht vor, Joe zu erstechen!

Juliet hatte sich am Tattag im Internet über die Lebensversicherungen erkundigt, ob Ella genügend abgesichert sein würde, wenn sie – Juliet – Selbstmord begehen würde!
Das Baby nicht von Joe, seine dauernden manischen Kontrollen, das perfekte, aber eiskalte Haus, seine sexuellen Übergriffe – sie wollte in dieser Nacht freiwillig aus dem Leben scheiden!
Doch dann, während Joe sie in der Mangel hatte, klickte etwas in ihr, und anstatt sich selbst in das Messer zu stürzen, rammte sie es ihm in einer Art Kurzschlusshandlung in den Bauch!

Die Anklage wegen Mordes ist damit haltlos, was die Geschworenen zum Glück einhellig feststellen. Der Richter befindet auf Totschlag (auch Mord im Affekt genannt) und brummt Juliet eine Haftstrafe von fünf Jahren auf, davon muss sie mindestens zweieinhalb Jahre absitzen, bevor sie beantragen kann den Rest auf Bewährung auszusetzen.
Das bedeutet jedoch, dass sie ihr Baby nicht behalten wird dürfen (18 Monate ist dafür das Maximum in einer Abteilung für Mütter und Babys). Es wird ihr zum Schluss weggenommen und offensichtlich zur Adoption freigegeben. Juliet bricht weinend und schreiend zusammen.

ENDE

Man muss es der künstlerischen Freiheit des Autoren Moffat zuschreiben, denn viele Sachverhalte sind leider nicht korrekt, insbesondere die Sache mit dem Baby, der Adoption, wie auch etliches andere mehr (z.B. Vernehmungen, die Rolle der Polizei) einige Ungereimtheiten aufweist.
Das Baby hat einen Vater, der lebt. Zu einer Adoption müsste dieser zumindest befragt werden, wahrscheinlich müsste er sogar seine Zustimmung geben. Üblicherweise kommt ein solches Kind dann für die Zeit, die seine Mutter die Haftstrafe zu verbüßen hat, in eine Pflegefamilie. Nach zweieinhalb Jahren hätte dann ein Familiengericht zu entscheiden, ob Juliet das Kind in der Bewährungszeit schon wieder zu sich nehmen darf.
Da wären – wie gesagt – noch viele andere Dinge, die sachlich nicht korrekt sind… aber da wollen wir mal nicht so sein und beide Augen zudrücken!

Mein persönliches Fazit würde ich gerne später folgen lassen, genau wie auch Kommentare über die „Pride & Prejudice“-Anspielungen. Momentan bin ich noch immer (!) ein wenig am Sortieren meiner Gedanken. Diese Zusammenfassung zu schreiben, war gerade ein ordentliches Stück Arbeit… uff!


Sollte etwas unverständlich sein, falsch in der Rechtschreibung, oder nicht detailliert genug, oder sollte ich möglicherweise ganz, ganz wichtige Dinge unwillentlich unterschlagen haben – bitte um Nachsicht!

Bei Fragen stehe ich natürlich gerne zur Verfügung!

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 Betreff des Beitrags: Re: Criminal Justice
BeitragVerfasst: 10.10.2009, 21:53 
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Lees Aquarobic Trainee
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Liebe Doris :knutsch: ,

vielen, vielen! Dank für diese sagenhafte Arbeit. Einige Sachverhalte sind mir jetzt wesentlich klarer. Und amüsant war es zudem auch noch: "... die Situation ist leider gar nicht besabberungswürdig ..." :grins:

Spoiler: anzeigen
Der Stoff bietet wirklich reichlich Raum zur Diskussion. MP hat ihre Rolle ausgezeichnet gespielt, auch wenn mich JuM im realen Leben wohl eher zur Weißglut getrieben hätte. Warum nur ist sie so geworden ... Warum gibt es soviele Frauen, die den Mund halten, anstatt ihrem Mann Kontra zu geben. Sie ist so widersprüchlich in ihrer Rolle als leidende Ehefrau und gleichzeitig Ehebrecherin ... wenn sie aus dieser Beziehung zu Rose wenigstens Kraft gezogen hätte, zu Hause anders aufzutreten. Sie wurde erniedrigt, aber sie gab ja auch eine ausgezeichnete Zielscheibe ab. Das ist das reale Leben ... man sucht sich nur schwächere Individuen, denen man das Leben noch schwerer macht (in der freien Wildbahn wäre es die natürliche Auslese ...).


Vielleich hast Du ja eines Tages Lust, dieser Geschichte in einer FF eine andere Wendung zu geben. Vielleicht dass Joe überlebt, Juliet ihn verlässt und er eine Frau trifft, die ihn zähmt. Vielleicht war die Juliet, in die er sich verliebte, früher eine ganz andere Frau und sie wurde erst nach und nach so ... introvertiert, blass und stimmlos (trifft es vielleicht nicht ganz). Ich meine, so, wie wir sie kennenlernten, hatte sie anfangs nicht gerade unser (mein) Mitgefühl ... und in ihrer Schwäche wird sie natürlich von Joe in jeder Beziehung dominiert ... das ist eine normale Entwicklung ...

Darüber könnte man stundenlang philosophieren ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Criminal Justice
BeitragVerfasst: 10.10.2009, 21:58 
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Heather Tales hat geschrieben:
Vielleich hast Du ja eines Tages Lust, dieser Geschichte in einer FF eine andere Wendung zu geben. Vielleicht dass Joe überlebt, Juliet ihn verlässt und er eine Frau trifft, die ihn zähmt.


Mal sehen, da muss aber noch ein bisschen Zeit vergehen... vielleicht.

Ansonsten - ja, man kann sehr viel diskutieren und philosophieren. Aber erst einmal möchte ich halt, dass es sich einige andere Boardmitglieder in nächster Zeit in Ruhe ansehen können, dann wird es hier sicher einen regen Austausch darüber geben. :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Criminal Justice
BeitragVerfasst: 10.10.2009, 22:00 
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Lees Aquarobic Trainee
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 Betreff des Beitrags: Re: Criminal Justice
BeitragVerfasst: 10.10.2009, 22:56 
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Harry's sweetest temptation
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thornton hat geschrieben:
Gestern Abend hat meine Multytenne schlapp gemacht und mir fehlt Teil 4


Falls es auch bei Julie geschuettet hat, kann ich gerne mit Folge 4 aushelfen. Just let me know.

Halten wir uns hier noch mit Diskussionen zurueck, bis mehr versorgt sind?
Spoiler: anzeigen
Ich habe gestern die 5. Folge gesehen und habe erst mal furchtbar geweint

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 Betreff des Beitrags: Re: Criminal Justice
BeitragVerfasst: 10.10.2009, 23:01 
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Verity hat geschrieben:
Halten wir uns hier noch mit Diskussionen zurueck, bis mehr versorgt sind?


Ich würde zwar sagen: Ja, aber wenn jemand das dringende Bedürfnis hat, sofort darüber reden zu wollen/müssen, bin ich die Letzte, die diesen Impuls unterdrückt. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Criminal Justice
BeitragVerfasst: 10.10.2009, 23:04 
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Harry's sweetest temptation
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doris-anglophil hat geschrieben:
wenn jemand das dringende Bedürfnis hat, sofort darüber reden zu wollen/müssen, bin ich die Letzte, die diesen Impuls unterdrückt. ;)


Mit war wirklich danach, darueber zu reden gestern abend, habe dann aber 2 Stunden mit meiner Freundin Lassie am Telephon zugebracht (ich haette es nicht alleine schauen sollen) und kann ein bisschen warten, bis die Diskussionen losgehen

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 Betreff des Beitrags: Re: Criminal Justice
BeitragVerfasst: 10.10.2009, 23:09 
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Verity hat geschrieben:
Mit war wirklich danach, darueber zu reden gestern abend, habe dann aber 2 Stunden mit meiner Freundin Lassie am Telephon zugebracht (ich haette es nicht alleine schauen sollen) und kann ein bisschen warten, bis die Diskussionen losgehen


:kuss: Verständlich!Ich habe fünf Nächte lang nur unzureichend geschlafen, weil mich das alles doch ordentlich beschäftigt hat :there: Und lieb von dir, dass du den nicht direkt mit BBC verbundenen Mädels die Chance gibst, sich die Sache erst noch zu Gemüte zu führen!

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 Betreff des Beitrags: Re: Criminal Justice
BeitragVerfasst: 14.10.2009, 22:10 
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Doris, das war eine super Zusammenfassung !!!...und HT, die Idee mit der FF ist fantastisch. !!!!

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