Maike hat geschrieben:
Zitat:
Ihr Gespräch mit Bell in Helstone, ihr wird endgültig klar, dass sie sich geändert hat, und dies nicht mehr ihr Zuhause ist, und dass sie sich jetzt doch mehr im Norden Zuhause fühlt (warum wohl? )
Ich denke, nicht nur wegen ihrer Liebe zu Thornton, sondern weil sie begriffen hat, das der rauhe Norden die "wirkliche Welt" ist und die Menschen dort, Arbeiter wie Master, wirklich etwas leisten und ihren Respekt verdienen, während die Idylle im Süden eine falsche ist.
Wenn ich mal wieder P&P ins Spiel bringen darf, Margarets und Thorntons Leben in Milton wird nicht so paradiesisch sein wie Elizabeth und Darcys Leben auf Pemberley - die schmutzige Stadt, das Haus auf dem Fabrikgelände, die Schwiegermutter, das ständige Risiko, daß die Geschäfte wieder den Bach runter gehen (ich könnt mir vorstellen, daß der amerikanische Bürgerkrieg die Baumwollindustrie in ziemliche Schwierigkeiten gebracht hat) - aber trotzdem bin ich mir bei M&T sicherer, daß sie es alles in allem packen werden, als bei E&D. Beide (und Mama Thornton) haben bereits bewiesen, daß sie Krisen gewachsen sind und beide (bzw. alle drei) sind sich vom Charakter her recht ähnlich und werden daher immer zumindest Verständnis und Respekt füreinander aufbringen.
E&D's Probleme sind läppisch gegen die Schwierigkeiten mit denen M&T zu kämpfen hatten und trotzdem (ich weiß, es ist schrecklich unromatisch von mir) war ich mir nie 100% sicher, daß E&D wirklich zusammenpassen, weil sie vom Temperament her doch sehr unterschiedlich sind und ich war mir auch nie sicher, ob E mit ihrer Rolle als Herrin dieses Riesenhauses und Dame der Gesellschaft fertig wird - obwohl das wirklich Luxusprobleme sind.
Als ich, als P&P Besessene, N&S entdeckt habe, habe ich im Grund die gleiche Erfahrung gemacht wie Margaret, denn Margarets idyllischer Süden ist ja genau die Welt, die JA beschreibt und mehr ein Winkel, in dem sich sowohl Bewohner als auch Leser vor der wirklichen Welt verstecken können.
Maike hat geschrieben:
Zitat:
Ihr Gespräch mit Bell in Helstone, ihr wird endgültig klar, dass sie sich geändert hat, und dies nicht mehr ihr Zuhause ist, und dass sie sich jetzt doch mehr im Norden Zuhause fühlt (warum wohl? )
Ich denke, nicht nur wegen ihrer Liebe zu Thornton, sondern weil sie begriffen hat, das der rauhe Norden die "wirkliche Welt" ist und die Menschen dort, Arbeiter wie Master, wirklich etwas leisten und ihren Respekt verdienen, während die Idylle im Süden eine falsche ist.
Wenn ich mal wieder P&P ins Spiel bringen darf, Margarets und Thorntons Leben in Milton wird nicht so paradiesisch sein wie Elizabeth und Darcys Leben auf Pemberley - die schmutzige Stadt, das Haus auf dem Fabrikgelände, die Schwiegermutter, das ständige Risiko, daß die Geschäfte wieder den Bach runter gehen (ich könnt mir vorstellen, daß der amerikanische Bürgerkrieg die Baumwollindustrie in ziemliche Schwierigkeiten gebracht hat) - aber trotzdem bin ich mir bei M&T sicherer, daß sie es alles in allem packen werden, als bei E&D. Beide (und Mama Thornton) haben bereits bewiesen, daß sie Krisen gewachsen sind und beide (bzw. alle drei) sind sich vom Charakter her recht ähnlich und werden daher immer zumindest Verständnis und Respekt füreinander aufbringen.
E&D's Probleme sind läppisch gegen die Schwierigkeiten mit denen M&T zu kämpfen hatten und trotzdem (ich weiß, es ist schrecklich unromatisch von mir) war ich mir nie 100% sicher, daß E&D wirklich zusammenpassen, weil sie vom Temperament her doch sehr unterschiedlich sind und ich war mir auch nie sicher, ob E mit ihrer Rolle als Herrin dieses Riesenhauses und Dame der Gesellschaft fertig wird - obwohl das wirklich Luxusprobleme sind.
Als ich, als P&P Besessene, N&S entdeckt habe, habe ich im Grund die gleiche Erfahrung gemacht wie Margaret, denn Margarets idyllischer Süden ist ja genau die Welt, die JA beschreibt und mehr ein Winkel, in dem sich sowohl Bewohner als auch Leser vor der wirklichen Welt verstecken können.
Das hast du gut zusammengefaßt, Maike. Ich halte Margaret und John auch für das realistischere Liebespaar. Wahrscheinich sprechen sie mich deshalb auch mehr an. Bei Elizabeth und Darcy habe ich mir auch schon überlegt, ob das auf Dauer wirklich funktionieren kann. Aber du hast natürlich recht, daß sie eher mit Luxusproblemen zu kämpfen haben.
Zur Baumwollindustrie im Bürgerkrieg habe ich während meiner Wikipedia-Recherchen übrigens folgendes gefunden:
During the American Civil War, American cotton exports slumped due to a Union blockade on Southern ports, prompting the main purchasers of cotton, Britain and France, to turn to Egyptian cotton. British and French traders invested heavily in Egyptian cotton plantations and the Egyptian government of Viceroy Isma'il took out substantial loans from European bankers and stock exchanges. After the American Civil War ended in 1865, British and French traders abandoned Egyptian cotton in favour of cheap exports from the United States, sending Egypt into a deficit spiral that led to the country declaring bankruptcy in 1876.
Ich könnte mir auch vorstellen, daß Amerika während des Bürgerkriegs selbst keine verarbeitete Baumwolle exportiert hat, sodaß der europäische Markt insoweit den Engländern überlassen blieb.
Übrigens haben die Engländer auch viel Baumwolle aus Indien importiert, diese dann nur zugunsten der billigeren - von Sklaven produzierten - amerikanischen Baumwolle vernachlässigt. Ich vermute, daß darauf auch beim Masters Dinner angespielt wird, als sie über die Preise für Rohbaumwolle diskutieren.